Homophobie erreicht gefährliches Level

Redaktion Von Redaktion
Homophobie erreicht gefährliches Level
argus456 / 123RF Stock Foto/Wikimedia

Die Regierungen afrikanischer Länder kriminalisieren mehr und mehr gleichgeschlechtliche Beziehungen statt Gewalt gegen Schwule und Lesben zu bekämpfen. Zudem wollen viele Staaten ihre Gesetze gegen Homosexualität verschärfen.

Viele afrikanische Regierungen schüren Homophobie statt Gewalt gegen Schwule und Lesben zu bekämpfen. Das geht aus einem Bericht von Amnesty International hervor.

Der Bericht "Wenn Liebe zum Verbrechen wird" dokumentiert das erschreckende Ausmaß von Gewalt gegen Homosexuelle in den Ländern südlich der Sahara. "Erschreckend ist auch, dass viele afrikanische Politiker die Gesetze gegen Homosexualität noch verschärfen wollen", sagt Franziska Ulm-Düsterhöft, Afrikaexpertin von Amnesty International.

In 38 Ländern südlich der Sahara gelten homosexuelle Handlungen als Straftat und werden als "unnatürliche fleischliche Akte" oder "Akte gegen die natürliche Ordnung" qualifiziert. In den vergangenen fünf Jahren haben etwa der Süd-Sudan und Burundi neue Gesetze zur Bestrafung gleichgeschlechtlicher Liebe eingeführt. In Uganda, Liberia und Nigeria wird die Verschärfung bestehender Gesetze in den Parlamenten diskutiert.

Erbe des Kolonialismus

AI berichtet weiter von religiösen US-Gruppen, die in Afrika gegründet werden, um aktiv Homophobie unterstützen. Zudem existieren noch viele "Anti-Schwulen" Gesetze aus der Kolonialzeit. "Die meisten homophoben Gesetze sind ein direktes Erbe des Kolonialismus", so Ulm-Düsterhöft. "Über 40 afrikanische Ethnien tolerierten beispielsweise die Ehe zwischen zwei Frauen. Doch als die ehemaligen Kolonialmächte abzogen, blieben die Verbote bestehen." Deshalb sei es absurd, wenn Homosexualität von afrikanischen Politikern als Import aus dem Westen gebrandmarkt werde.

In einigen afrikanischen Länder zielen politische Oberhäupter auf sexuelle Orientierung, um von ihren inakzeptablen Menschenrechten abzulenken, oft geprägt von steigender Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen, Korruption und Mangel an Medienfreiheit.

Wenig positive Entwicklungen

Nur in einigen Ländern sieht Amnesty positive Entwicklungen: So haben Mosambik und Botswana die Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung gesetzlich verboten.

Südafrika ist das einzige afrikanische Land das Rechte für Schwulen und Lesben anerkennt und eine gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt. Dennoch wurden sieben Menschen, fünf davon waren Frauen, zwischen Juni und November 2012 aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ermordet.

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Weitere Quellen: Amnesty International