Homosexualität bei Naturvölkern

Redaktion Von Redaktion

"Homosexualität ist unnatürlich", sagen einige Leute. Wenn man dann argumentiert, dass es auch schwul und lesbisch lebende Tiere gibt, wird Homosexualität zum tierischen Trieb, aber keines Falls zu etwas für den Menschen natürliches. Mit diesem Artikel wollen wir euch zeigen, dass das falsch ist.

"Homosexualität ist unnatürlich", sagen einige Leute. Wenn man dann argumentiert, dass es auch schwul und lesbisch lebende Tiere gibt, wird Homosexualität zum tierischen Trieb, aber keines Falls zu etwas für den Menschen natürliches. Mit diesem Artikel wollen wir euch zeigen, dass das falsch ist. Homosexualität gibt es -auch bei Menschen- schon sehr lange. Überall auf der Welt haben sich bei Indianern und Naturvölkern unabhängig voneinander homosexuelle Lebensweisen entwickelt.

So haben Norwegische Forscher bei einem Stamm im Norden Namibias homo-sexuelles Verhalten feststellen können - dieser Stamm war nicht durch die westliche Kultur beeinflusst. Die Homosexualität kann also nicht, wie heute oft behauptet, von den Europäern eingeführt worden sein. Der amerikanische Psychologe Marc Carlson konnte bei 48 Stämmen allein in Zimbabwe ähnliche Praktiken nachweisen.

"Homosexuelles Verhalten" tritt allerdings in vielen Arten auf. In Venda, einem Gebiet in Südafrika gab es ein System von Frauenhochzeiten. Und auch unter den Frauen der arabisch- afrikanischen Swahili-Bevölkerung von Mombasa (Kenya) existierte ein offenes soziales Netz lesbischer Paare, meistens bestehend aus älteren, reicheren Witwen oder Geschiedenen und jüngeren, mittellosen Liebhaberinnen.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass in vielen afrikanischen Sprachen Bezeichnungen für Homosexuelle existieren: Eine "Kifi" ist eine Lesbe (Hausa, Nigerien), "Mashoga" und "Basha" heißen ein Mann und sein Partner bei den Swahili und die Ovambo in Angola kennen das Wort "Eshengi" für "den, der von hinten genommen wird". Allein diese Tatsache beweist, dass es Schwule und Lesben in Vorstellung und Realität der Stämme gegeben haben muss.

Neben diesen offen ausgelebten Arten gab es auch versteckte. So wurde z.B. bei Stämmen in Zimbabwe "Kupindira" praktiziert: [heterosexuelles] Heiraten war Pflicht, aber wenn ein Ehemann dann lieber mit einem anderen Mann als seiner Ehefrau Sex haben wollte, war das möglich: Er bat seine Frau, mit seinem Bruder zu schlafen. So wurden Kinder gezeugt und die Reproduktion gesichert. Die selbe Praktik war übrigens auch bei Impotenz des Mannes üblich. Außerhalb der Familie wurde darüber Stillschweigen bewahrt, und man verlor sein Gesicht nicht.

Außerdem gab es Formen von "ritualisierter Homosexualität". So sollen beispielsweise Ndbele-Soldaten, die siegreich aus der Schlacht heimgekehrt sind, bei dem Stammes-oberhaupt geschlafen haben. Soldatinnen durften nicht anwesend sein. In einigen Regionen Westafrikas gehörte es zur Ausbildung zum Erwachsenwerden, dass Mädchen sexuelle Kontakte mit älteren Frauen haben. Die Azande, ein Volk im südlichen Sudan, unterhielten ein stehendes Heer aus unverheirateten jungen Männern. Diese jungen Krieger "heirateten" (männliche) Jugendliche und lebten mit diesen, bis sie den Brautpreis für eine Ehefrau zahlen konnten. Dabei hatten die Jugendlichen eine Doppelfunktion als Geschlechtspartner und Kriegsknappe. Waren sie alt genug, um in das Kriegerkorps aufgenommen zu werden, suchten sie sich ihrerseits für eine bestimmte Zeit eine "Knabenfrau". Solche Formen des "pädagogischen Eros" waren auf der Erdkugel weit verbreitet, besonders bei Kriegervölkern. Die sogenannte "Knabenliebe" im alten Griechenland gehört ebenso zu diesem Muster wie die sexuellen Praktiken mancher osmanischer Sultane.

Als die weißen, von katholischen Sittenvorstellungen geprägten Kolonialherren und Missionare ankamen, und offenes schwules oder lesbisches Verhalten entdeckten, das sie in ihrer Heimat bereits mehr oder weniger erfolgreich unterdrückt hatten, waren sie ziemlich schockiert.

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