Homosexualität mit Homöopathie "heilen"?

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Homosexualität mit Homöopathie "heilen"?
lappes/istockphoto.com

Der Bund Katholischer Ärzte (BKÄ) verspricht die Wirksamkeit des homöopathischen Mittels "Globuli" zur sexuellen Umorientierung von Schwulen.

Der Bund Katholischer Ärzte (BKÄ) verspricht die Wirksamkeit des homöopathischen Mittels "Globuli" zur sexuellen Umorientierung von Schwulen. Die mittlerweile in vielen Städten vertretene Organisation sieht ihre Aufgaben unter anderem darin, die "Stimme der katholischen Ärzteschaft" zu sein, "Stellungnahmen zu ärztlich-ethisch-moralischen Fragestellungen" zu liefern und "Leitlinien [] im Sinne einer geistig-geistlichen Erneuerung" zu erarbeiten.

Auch will man "sich einem destruktiven Zeitgeist widersetzen", "ein Glaubenszeugnis geben" und steht "ohne Wenn und Aber hinter dem Papst und der katholischen Kirche".

Drei Therapieansätze

Dementsprechend heißt es auf der Homepage des BKÄ steht unter der Kategorie Homosexualität zuallererst: "Wichtig ist festzustellen: Homosexualität ist keine Erkrankung!", sieht die katholische Sünde doch zu praktizierte Homosexualität als Sünde.

Weiter unten werden jedoch drei verschiedene Therapieansätze vorgestellt: Zum Einen die Konstitutionsbehandlung mit homöopathischen Mitteln, als zweites die Psychotherapie und schließlich die geistliche Seelsorge. Neben diesen Methoden zur Umorientierung von Schwulen und Lesben ist das typische Apothekenschild mit der Unterschrift "Hilfe gibt es überall!" abgebildet.

Der BKÄ möchte dagegen wirken, dass der Begriff "katholisch" heutzutage in unserer Gesellschaft "auf viele Mitmenschen befremdlich, ja, negativ" wirkt und dagegen "ein Bild von Gläubigen, speziell von Ärzten, zeigen, die gerne katholisch sind".

Ausleben der homosexuellen Orientierung verboten

In der selben Kategorie des Netzauftrittes des BKÄ folgt dann ein Brief eines katholischen Betroffenen, der nach Therapiemöglichkeiten gegen seine Homosexualität sucht.

Das ist auch nicht weiter verwunderlich: Einerseits verbieten die strengen moralischen Regeln der katholischen Kirche das Ausleben der homosexuellen Orientierung, zum anderen war die Kirche durch den Zölibat ein Anlaufpunkt für all diejenigen, die ihre Neigung unterdrücken oder nur im Geheimen ausleben wollten.

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Weitere Quellen: heise.com