Homosexuelles Verhalten bei Tieren

Redaktion Von Redaktion

Nicht nur Männer, sondern auch Männchen können schwul sein - und zwarüberall im Tierreich. Ist kein Weibchen zur Stelle,vergnügen sich die Männchen gern auch mit ihresgleichen, haben Forscher jetzt herausgefunden.

Nicht nur Männer, sondern auch Männchen können schwul sein - und zwar überall im Tierreich. Forscher haben jetzt Libellen zwischen Homo- und Hetero-Sex wählen lassen. Das Resultat: Ist kein Weibchen zur Stelle, vergnügen sich die Männchen gern auch mit ihresgleichen. In einem anderen Versuch wurde die sexuelle Orientierung von Drosophila-Fliegen mit der Veränderung von nur einem Gen plötzlich eine homosexuelle.

Forscher sperrten zwei Tage lang männliche Pechlibellen zusammen mit Geschlechtsgenossen in einen Käfig. Als die Männchen nach der Gefangenschaft wieder frei zwischen den Geschlechtern entscheiden durften, stürzten sie sich meist auf die Männchen. Nur jedes vierte stellte den Weibchen nach; vor der Gefangenschaft hatten die männlichen Insekten noch eindeutig Weibchen bevorzugt. Bei anderen Tierarten, denen bereits homosexuelles Verhalten attestiert wurde und deren Zahl in die Hunderte geht, vermuten Wissenschaftler meist den Spieltrieb der Natur als Ursache. Bei den Libellen aber glauben die Forscher einen nützlichen Mechanismus am Werk: Arten, bei denen die Weibchen zuweilen unterschiedlich aussehen, könnten von einem flexiblen inneren Entwurf des Traumpartners profitieren.

Das System stelle sicher, dass ein Männchen sich immer mit den Weibchen paart, die an die jeweilige Umgebung am besten angepasst sind und dementsprechend dort am häufigsten vorkommen. "Libellen legen offenbar das Suchbild eines passenden Partners an, um sich möglichst schnell paaren zu können. Normalerweise sind auch Weibchen in der Nähe. Ist das aber nicht der Fall, verändert sich das Suchbild offenbar."


Nur ein Gen verändert: Fliegen homosexuell

Nach neuesten Forschungen hat ein einzelnes Gen Einfluss auf die Partnerwahl bei Fruchtfliegen. Dies zeigt, dass eine einzelne Erbanlage ein komplexes Verhaltensmuster bei Tieren steuern kann. Das Gen startet bei den Männchen der Fruchtfliege Drosophila melanogaster das aufwendige Programm zum Buhlen um das Weibchen. Der Einfluss der Erbanlage ist offensichtlich sehr weit reichend: Als die Wissenschaftler die männliche Form des Gens auf weibliche Fliegen übertrugen, benahmen sich diese plötzlich fast exakt wie Männchen. Sie tippelten vor anderen Weibchen, schwangen die Flügel und unternahmen auch sonst alles, um auf sich aufmerksam zu machen. Männchen mit der weiblichen Form des Gens hingegen warben kaum noch um eine Partnerin.
 
"Wir haben gezeigt, dass ein einziges Gen bei Drosophila-Fliegen alle Aspekte der sexuellen Orientierung und des sexuellen Verhaltens spezifiziert", erläuterten die Forscher. "Normalerweise "verfolgen" männliche Fliegen die weiblichen Artgenossen. Aber durch verschiedene Manipulationen an dem Gen haben wir männliche Exemplare geschaffen, die sich an männliche Fliegen heran machten und weibliche, die gleichgeschlechtliche umwarben. Schließlich gab es auch noch weibliche Insekten, welche die Männchen "hofierten".

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Weitere Quellen: spiegel.de; focus.de