"I Am Sorry"

Redaktion Von Redaktion
"I Am Sorry"
Exodus

Sie vertraten den Standpunkt, dass ein Wechsel der sexuellen Orientierung von homosexuell zu heterosexuell möglich ist. Mit Therapien und Gebeten wollten sie Schwule und Lesben "verändern". Fast 30 Jahre lang war "Exodus International" einer der größten fundamentalchristlichen Gruppen dieser Art. Nun stellt die amerikanische Gruppe ihre Arbeit ein und entschuldigt sich bei den Menschen, denen sie geschadet hat.

Auf der Webseite von "Exodus International" veröffentlichte der Präsident der Gruppe Alan Chambers einen offenen Brief mit einer Entschuldigung:  "Es ist seltsam, jemand zu sein, der selbst durch die kirchliche Betrachtung der schwulen und lesbischen Community verletzt wurde, aber gleichzeitig jemand zu sein, der sich dafür entschuldigen muss, dass er Teil dieses Systems der Ignoranz war."

Weiter schrieb Chambers, der seine Homosexualität nie eingestehen konnte: "Es tut mir zutiefst leid. Ich entschuldige mich für das Leiden und die Verletzungen, die viele von ihnen ertragen mussten. Es tut mir leid, dass Sie jahrelang gegen Scham und Schuld ankämpfen mussten." Er wolle nun mit den Geschädigten ins Gespräch kommen. Dennoch sei er in Sachen Ehe weiterhin gegen die Gleichstellung. Als Grund nannte er hier die Grenzen, die die Bibel setze.

Kurze Zeit später erschien eine weitere Mitteilung auf der Webseite, wo das Aus der Gruppe bekannt gegeben wurde. Die Organisation wolle sich in Zukunft anderen Zielen widmen.

Schwere Folgen der Behandlung

Exodus International wurde im Jahr 1976 gegründet und zählte sich zu den sogenannten "Ex-Gay"-Gruppen, die auch in Deutschland aktiv sind (dbna berichtete). Die Mittel, mit denen die Heilung erzielt werden soll, sind je nach Radikalität der Organisation unterschiedlich. Von Seminaren über Selbsthilfegruppen und Therapiesitzungen bis hin zu Beten und Bibellesen.

Das Ziel ist es, dass Schwule ihre Sexualität als etwas Krankhaftes ansehen und sich mit allen Mitteln auf das weibliche Geschlecht fixieren. Jegliche homoerotischen Gedanken sollen dabei ausgemerzt werden. Mit drastischen Folgen: jahrelange Ängste, soziale Isolation, Depressionen bis hin zu Selbstmord.

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Weitere Quellen: BBC, Huffpost, Spiegel, SZ, PinkNews, Wikipedia, Exodus