"Ich bin stolz, ein Teil der Geschichte zu sein"

Redaktion Von Redaktion
"Ich bin stolz, ein Teil der Geschichte zu sein"
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Über 50 schwule, bisexuelle und lesbische Sportler waren bei den olympischen Sommerspielen in Rio dabei. Schwimmer Amini Fonua ist einer von ihnen. In einem Interview erzählt er von seiner Heimat Tonga und wer ihm auf Dating-Apps schreibt.

"Ich bin stolz darauf, schwul zu sein und ich bin stolz, ein Teil der Geschichte zu sein", sagt Schwimmer Amini Fonua. Denn bei den Olympischen Spielen in Rio waren mehr schwule, lesbische und bisexuelle Athleten dabei als je zuvor. Mit dem Online-Schwulenmagazin Advocate.com hat er über die Spiele gesprochen und wie wichtig es ist, dass mehr Sportler zu ihrer Sexualität stehen. "Als ich jung war, hat mir ein Freund mal gesagt: Gemeinsam sind wir stärker", erzählt der 26-jährige. Er freut sich, dass die LGBTIQ*-Community immer mehr repräsentiert wird.

Immer noch illegal: Homosexualität in Tonga

Verstecken kam für Amini nie in Frage, seine Homosexualität lenkt ihn nicht von seinem Sport ab: "Für mich wäre es viel schwieriger (zu schwimmen, Anm. d. Red.), wenn ich nicht offen schwul sein könnte." Dabei ist die Lage für LGBTIQ* in seiner Heimat Tonga nicht ideal. Der Inselstaat verbietet Homosexualität immer noch offiziell und droht mit bis zu zehn Jahren Gefängnis.

Der Schwimmer möchte das ändern. Sein Traum ist es, ein Zentrum für LGBTIQ*-Personen in Tonga zu öffnen. Mehr Offenheit könnte seinem konservativen Heimatland auch nicht schaden. Der Athlet setzt sich dafür ein, dass mehr Touristen den Inselstaat im Südpazifik besuchen: "Eine große Industrie, die kaum erschlossen ist, ist der Tourismus", erklärt Amini, "Damit sich Touristen willkommen fühlen, muss sich jeder willkommen fühlen."

Nicht alle stehen zu ihrer Sexualität

Amini Fonua glaubt übrigens nicht daran, dass nur 13 männliche Sportler in Rio homosexuell sind. "Das sind alles Lügen. Wenn du dir alle Rugby-Teams anguckst, hat bestimmt einer Interesse." Und Beweise hat der Schwimmer ebenfalls parat, auf Dating-Apps hat er bereits einige Anfragen von Sportlern in Rio gesammelt. Rugby, Judo, Wasserpolo sie kommen aus den verschiedensten Sportarten, sagt er. 

Die Identitäten dieser Sportler gibt er aber aus gutem Grund nicht preis. Für viele würde das die Karriere oder sogar das eigene Leben gefährden. Amini machte kürzlich auf Twitter seinem Unmut über einen Artikel Luft, der schwule Sportler in Rio zwangsoutete. Er fand eine ganz eigene Art des Protests: Ein Foto von seinem Hintern.

Insgesamt sind 55 geoutete, queere Athleten in Rio da Janeiro gestartet. 80 Prozent von ihnen sind Frauen. Das "Team LGBTIQ*" hat insgesamt 25 Medaillen gewonnen: zehn Mal Gold, elf Silber-Medaillen sowie vier Mal Bronze. Die Gold-Hoffnung Tom Daley nimmt jedoch nur eine Bronze-Medaille vom Synchronspringen mit nach Hause. Im Einzelwettbewerb schied der Turmspringer im Halbfinale überraschend aus. Er werde in Tokio 2020 alles geben, um dort besser abzuschneiden, kündigte er an.

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