"Ich folge meinem Gewissen"

Christian Brandl Von Christian Brandl

Ein Schreiben des Vatikans forderte katholische Politiker dazu auf,jedes Gesetz zur rechtlichen Anerkennung homosexuellerLebensgemeinschaften zu verhindern. Österreichs Volksvertreter zeigenjedoch kein Verständnis für diesen Wunsch des heiligen Stuhls. SogarNationalratspräsident Dr. Andreas Khol sagte in der Fernsehsendung"Report", er lehne "Weisungen von irgendwoher ab" und die ÖVP mache zwar Politik in "christlicher Verantwortung", jedoch keine kirchliche oder christliche Politik.

Auch SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer zeigte sich erboßt über die Einmischung des Vatikans in politische Entscheidungsprozesse: "Ich folge in erster Linie meinem Gewissen und nicht irgendwelchen Anweisungen der Kongregation". Auch Umweltminister Josef Pröll machte deutlich, dass er von den Empfehlungen aus Rom "nicht viel" hält:  "Ich brauche keine Direktiven, nicht aus Rom, nicht woandersher".Die Trennung Staat Kirche sei sehr erfolgreich und daran halte er sich.Der eine solle dem anderen in diesem Bereich nichts ausrichten.

Nach einer aktuellen Umfrage spiegelt sich diese Einstellung auch inder Bevölkerung wider: 70 Prozent der Österreicher sind gegen diePapst-Aufforderung, gegen homosexuelle Lebensgemeinschaften zu stimmen,nur 24 Prozent finden dies für richtig. Darüber hinaus wollen nur 26Prozent, dass Politiker sich stärker an den Forderungen der Kircheorientieren, 65 Prozent sind dagegen.

Andreas Kohl sieht die Verantwortung bei den Politikern: "Niemand nimmt mir meine Entscheidung ab. Ich mache mir meine Entscheidung mit meinem eigenen Gewissen."Das Gewissen sei auch die oberste Richtschnur für ihn und er betonte,dass er weiterhin gegen eine Ehe für Homosexuelle sei, auch nicht füreine Ehe light.

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Weitere Quellen: networld.at