Ich weiß, was ich tu

Redaktion Von Redaktion

(dbna.de) "ICH WEISS WAS ICH TU" (IWWIT) das ist der Titel der heute in Berlin vorgestellten neuen Präventionskampagne der Deutschen AIDS-Hilfe. Die Kampagne ist die erste, die sich gezielt an Männer richtet, die Sex mit Männern haben. Hintergrund sind die rasant gestiegenen HIV-Infektionszahlen in dieser Bevölkerungsgruppe. Viele Schwule gehen sorgloser mit der Infektionsgefahr um und lassen das Kondom schon mal leichtsinnig aus dem Spiel, wenn sie Sex haben.

Denn Aids wird inzwischen nicht mehr als tödliche Bedrohung, sondern als chronische Krankheit wahrgenommen. Mit dem Slogan "ICH WEISS, WAS ICH TU" will die Aidshilfe der neuen Sichtweise auf Aids gerecht werden. "Wir haben uns für dieses Motto entschieden, weil es echt, ehrlich, aufrecht und stark ist", sagt Matthias Kuske, Kampagnenmanager von IWWIT. "Wir wissen alle nicht immer hundertprozentig, was wir tun." Ziel sei es, über HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten wieder neu zu reden und zu diskutieren.

Damit man weiß, was man tun sollte, gibt es Internetplattform www.iwwit.de.Dort findet man viele Infos über HIV, Aids und sexuell übertragbare Krankheiten. Daneben gibt es Kontakt zu Vor-Ort-Beratungsstellen, sowiezur Online- und Telefonberatung der Aidshilfe. Die IWWIT-Kampagne soll insbesondere zum Nachdenken über das eigene Ansteckungsrisiko anregen, so dass Männer, die Sex mit Männern haben, im entscheidenden Moment wirklich wissen, was sie tun.

Männer aus dem wahren Leben

Helfen sollen dabei Kerle aus dem wahren Leben. Sie dienen als Identifikationsfiguren, wie der 20-jährige Daniel aus Dortmund, der viel in der Szene unterwegs ist und schon mal einen Test machen lassen musste, nachdem beim Sex das Kondom abgerutscht war. Zum Glück ist der Test negativ ausgefallen.

IWWIT spricht eine klare Sprache. An Sätze wie "Ich hab immer einen Gummi dabei, meinen Schwanz vergess ich ja auch nicht.", wird sich die Öffentlichkeit wohl erst gewöhnen müssen. Dieser Spruch steht auf einem der Kampagnen-Plakate. Neben Plakaten und Anzeigen geht es auch um die Arbeit vor Ort. Bei IWWIT sind Teams eingebunden, die in der schwulen Szene unterwegs sind und dort das Gespräch über die persönliche Gefährdung wieder in Gang bringen sollen.

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Weitere Quellen: Deutsche AIDS-Hilfe e. V.