Immartrikulfutation?!?

Redaktion Von Redaktion

Wie zieht man um, wie sucht man Wohnungen, wie lebt man überhauptallein? Warum gibt es  in der Schule das Fach "Praktische Lebenshilfe" nicht?Polynomdivision hilft bei so etwas nicht weiter.

Die Schulzeit ist hart, sehr hart. Das wird kein Schüler bestreiten. Was man nicht alles ertragen muss und wie viel es zu lernen gibt! Und wenn man brav, fleißig, strebsam und folgsam ist, dann steht am Ende ein Abschluss doch wissen tut man immer noch nichts. Wie zieht man um, wie sucht man Wohnungen, wie lebt man überhaupt allein? Warum gibt es kein Fach "Praktische Lebenshilfe"? Polynomdivision hilft einem bei so etwas nicht.

Auf einmal ist sie da: die Stadt, in der man die nächsten Jahre zwecks Studium verbringen wird. Man hat schon einen langen Weg des Grübelns hinter sich, doch hinter jeder Entscheidung sollte dann ja auch eine Tat stehen. Wir erinnern uns: Die Fächer haben wir ausgesucht, die Zusage mindestens einer Uni haben wir auch. Wir wissen, wo es hingeht, nun sollte auch die Uni von ihrem Glück erfahren.

Immartrikulfutation - also Einschreibung

So ein Zulassungsbescheid ist etwa 10 bis14 Tage lang gültig. In der Zeit kann man sich nun überlegen, wo man die nächsten Jahre seines Lebens verbringen wird und sich die nötigen Unterlagen besorgen, die die Uni noch ganz dringend braucht, aber immer noch nicht hat. Dazu zählt erst mal der Zulassungsbescheid selber, den sie dir erst selbst zugesandt hat (logisch, wenn man jemandem etwas schickt, hat man es dann selbst nicht mehr).

Dann einen von dir ausgefüllten Vordruck, in dem du der Uni nochmals artig deine Fächer mitteilst, die auf dem Zulassungsbescheid stehen (den die Uni ja nicht mehr hat, da sie ihn dir geschickt hat). Außerdem will die Uni ein Papier deiner Krankenkasse haben, das bescheinigt, dass du versichert bist. Kluge Leute holen sich das schon vorher, da auch Krankenkassen gerne mal etwas trödeln. Gegebenenfalls möchte die Uni auch noch einen Nachweis von dir haben, dass du beträchtliche Teile deines Vermögens an sie überwiesen hast. Jenes Geld nennt sich Studiengebühr und ist in diversen meist von der CDU geführten Bundesländern anzutreffen.

Im Leben kriegt man halt nichts umsonst, nicht mal die Bildung. Fünfhundert Euro sind die Regel, dazu kommen noch Semesterbeiträge, die das Semesterticket, diverse hochschulpolitische Institutionen und natürlich die Verwaltung finanzieren. Also raus mit dem Geld, man gönnt sich ja sonst nichts! Solltest du wider Erwarten nicht 700 Euro auf dem Konto haben, leiht dir der Staat das Geld vorläufig, dafür aber auch zinslos.

Das alles wird dann an die Uni geschickt oder persönlich dort abgegeben je nach Wunsch des Studentensekretariats. Hast du alles richtig gemacht, kriegst du dann deinen vorläufigen Studentenausweis und eine Matrikelnummer. Glückwunsch, du bist jetzt offiziell Student!

Wohnungssuche

"Man kann einen Menschen mit den vier Wänden, in denen er wohnt, erschlagen wie mit einer Axt!" Diesen Satz sollte man sich merken, wenn man nun zum nächsten Schritt gelangt: Bis zum Semesterbeginn sollte man in seiner Wahlstadt angekommen sein (wenn man nicht schon ohnehin da wohnt). Das Problem: Die Wohnungssuche ist eine Wissenschaft, die nirgends gelehrt wird, die aber jeder beherrschen muss. Was darf es denn sein? WG, Studentenheim oder normale Einzimmerwohnung? Soll sie schon möbliert sein? Und wie viele Quadratmeter willst du denn haben? Das sind die Basisfragen, die man vorher klären sollte.

Viele Studentenheime haben lange Wartelisten, auf denen man im Zweifelsfall nicht draufsteht, wenn man sich für eine Uni entschieden hat. Da heißt es also: möglichst früh bewerben, vielleicht auch nur auf Verdacht, denn niemand zwingt einen, die Wohnung dann auch zu nehmen. WGs sind eine schöne Wohnform, aber nicht jeder ist dazu geeignet. Bevor man sich dazu entschließt, sollte man sich ernsthaft fragen, wie viel einem fremde Haare im Waschbecken und eine verdreckte Küche tatsächlich ausmachen. Auch nehmen manche Wohngemeinschaften keine Erstsemester. Notfalls kann man aber auch immer selbst eine WG gründen.

Auch eine normale Einzimmerwohnung zu finden kann in einer Studentenstadt etwas länger dauern, weshalb man auch hier möglichst früh mit dem Suchen anfangen sollte. Bevor man seine gebeutelte Studentenseele allerdings einem windigen Makler überschreibt, der als Provision dann mal eben zwei bis drei Monatsmieten kassiert, lohnt sich ein Blick ins Internet. Die Anlaufstellen sollten die gängigen Studentenportale und die vor Ort ansässigen Wohnungsgesellschaften sein. Dann heißt es: Vergleichen, Vergleichen und nochmals Vergleichen. Was ist bei welcher Lage der Durchschnittsquadratmeterpreis? Ist die Miete warm oder kalt angegeben? Wie steht es mit Nebenkosten? Ist die Wohnung mit allen benötigten Anschlüssen ausgestattet? All das kann einen in den Wahnsinn treiben, denn irgendwie hat man immer das Gefühl, dass man etwas furchtbar-furchtbar Wichtiges vergessen hat.

Auf jeden Fall sollte man sich jede Wohnung vorher ansehen, nichts blind unterschreiben und sich nichts schön reden lassen. Ein Rattenloch bleibt ein Rattenloch, auch wenn es nur fünf Minuten bis zur Uni sind, und eine Wohnung, die 100 Euro über dem Durchschnittspreis liegt, wird auch nicht billiger, nur weil sie einen Kabelanschluss hat. Wer bis zum Semesterstart immer noch nichts hat, kann immer noch zu Freunden gehen, auch das Studentenwerk hilft in vielen Fällen weiter.

So viel zu tun - und die Uni hat nicht mal angefangen. Wie man sich in der neuen Umgebung zurecht findet und was es sonst noch gibt, erfährst du bald im dritten Teil.

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Weitere Quellen: photocase.com