In den Tod getrieben

Christian Brandl Von Christian Brandl

Auf Jamaika stürzte ein junger Mann in den Tod, als er vor einer schwulenfeindlichen Gruppe flüchtete, die ihn durch die Straßen der Stadt Kingston gejagt hatten. In dem verzweifelten Versuch seinen Peinigern zu entkommen, stürzte Nokia Cowan von einem Landesteg im Hafen von Kingston. Da er nicht schwimmen konnte, starb er in Brackwasser des Hafens.

Ob Cowan tatsächlich schwul war ist nicht bekannt, er ist jedoch bereits das dritte Opfer solcher Attacken auf Jamaika in den vergangenen Wochen.

Die JFLAG - eine jamaikanische Schwulenrechtsbewegung - fordert nun eine komplette Aufklärung der Todesumstände des jungen Mannes durch die Behörden. "Insbesondere fordern wir von den höchstrangigen Regierungsmitgliedern, dass die klarmachen, dass Gewalt wegen der sexuellen Orientierung [...] auf Jamaika nicht geduldet wird", so die JFLAG in einer Stellungnahme zu dem Vorfall.

Menschenrechtsorganisationen bemängeln, dass die Polizei auf Jamaika anti-schwule Gewalt unterstützt und Vorfälle nicht ausreichend verfolgt. Homosexuelle Kontakte sind auf Jamaika illegal und kann mit einer Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren belegt werden.

dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!
Weitere Quellen: 365gay.com