Indonesien: Keine schwulen Emojis mehr

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Indonesien: Keine schwulen Emojis mehr
Apple/dbna

Die indonesische Regierung fordert Smartphone-Messenger auf, homosexuelle Emojis zu entfernen. Soziale Medien sollten die Kultur respektieren, heißt es als Begründung. Ein Anbieter ist bereits eingeknickt.

Messenger wie WhatsApp und Co sollen homosexuelle Emojis entfernen, fordert die indonesische Regierung. "Soziale Medien müssen die Kultur der Länder respektieren, in denen sie eine große Zahl von Nutzern haben", zitiert Spiegel Online den Sprecher des Informationsministeriums.

Der Grund: Nutzer von WhatsApp und Line hätten sich über die schwulen und lesbischen Motive beschwert, behauptet der Sprecher. Line, ein japanisch-koreanischer Messenger mit über 400 Millionen Kunden, hat darauf bereits reagiert. Der Anbieter löschte die Emojis aus der indonesischen Version. Andere Apps sollten dem Beispiel folgen, forderte der Sprecher.

Auch Russland wollte Regenbogen-Emojis verbieten

Indonesien ist das bevölkerungsreichste Land mit muslimischer Mehrheit der Welt. Dennoch ist Homosexualität außer in der Provinz Aceh nicht verboten. Schwule und Lesben sind im öffentlichen Leben trotzdem kaum präsent. Sie leiden unter Verfolgung und gesellschaftlicher Unterdrückung.

Indonesien ist nicht das erste Land, das gegen die queeren Smileys und Emoticons vorgehen will. Im vergangenen August wollten russische Politiker die Emojis verbieten lassen, weil sie gegen das Anti-Propaganda-Gesetz verstoßen würden. Ein Gericht hat die Klage jedoch abgewiesen.

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