Ja, Griechenland will

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Ja, Griechenland will
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Jubelstimmung in Athen: Das Parlament hat nach zehnstündiger Debatte entschieden, dass Schwule und Lesben ihre Partnerschaft registrieren lassen dürfen. Damit haben sie mehr Rechte, aber noch keine vollständige Gleichstellung.

Von 18 Uhr an haben sich Schwule, Lesben und ihre Unterstützer vor dem Parlament versammelt, um auf das Ergebnis zu warten. Sie mussten bis kurz nach Mitternacht warten, dann konnten sie jubeln. Das das Parlament hatte über zehn Stunden debattiert, ob und welche Rechte homosexuelle Partnerschaften in Zukunft haben sollen.

Das Ergebnis war eindeutig: Von 249 anwesenden Abgeordneten stimmten 193 für, 56 gegen eine Verpartnerung. Damit wurde die Lebenspartnerschaft, die es seit 2013 für Heteros gibt, auch für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet.

Unterstützung von der Opposition

Das bedeutet, dass sie im Steuerrecht Hetero-Paaren fast gleichgestellt sind. Auch sind sie abgesichert, falls dem anderen Partner etwas passieren sollte. Sie dürfen jedoch keine Kinder adoptieren und auch keinen gemeinsamen Nachnamen annehmen.

Für den Entwurf der regierenden Syriza von Ministerpräsident Alexis Tsipras stimmten die Sozialdemokraten sowie die Mitte-Parteien. Dagegen waren die meisten der mitregierenden rechtspopulistischen ANEL-Abgeordnete sowie die rechtsradikale "Goldene Morgenröte" und die Kommunisten.

"Wichtiger Tag für die Menschenrechte"

Die Parlamentarier der Nea Demokratie, der zweitstärksten Partei, haben unterschiedlich abgestimmt. An ihr lag es in der Vergangenheit, dass die Gleichstellung nicht früher geschehen ist. Bereits 2013 hat der Europäische Gerichtshof das Land verurteilt, weil es Schwulen und Lesben keine Möglichkeit zur Verpartnerung bietet.

Ministerpräsident Alexis Tsipras hat sich entschuldigt, dass ein solches Gesetz nicht früher verabschiedet wurde. Es sei ein "wichtiger Tag für die Menschenrechte". Die neue Regelung beende eine Praxis "der Rückständigkeit und Schande". 

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