Jagd auf HIV-Positive

Patrick Fina Von Patrick Fina

(dbna.de / queercom) Menschenrechtsorganisationen erheben schwere Vorwürfe gegen Ägypten: Offenbar versuche die ägyptische Polizei derzeit systematisch, HIV-Positive zu internieren. "Amnesty international" und "Human Rights Watch" werfen dem nordafrikanischen Staat vor, Jagd auf Menschen zu machen, nur weil sie sich mit dem HI-Virus infiziert haben, meldet queer.de. So würden Freunde von HIV-Positiven verhaftet und Zwangstests unterzogen. "Die Aktionen verletzen nicht nur die Grundrechte der Menschen, die mit HIV leben. Sie gefährden auch die öffentliche Gesundheit, weil es jetzt für jeden gefährlich ist, nach Informationen über HIV zu suchen oder in Behandlung zu gehen," erklärte Rebecca Schleifer von "Human Rights Watch". Weiter berichten die Menschenrechtsorganisationen, dass alle HIV-positiv Getesteten in Kairoer Krankenhäusern an ihr Bett gefesselt werden.

Zwar gibt es seit 2005 offiziell anonyme HIV-Tests in Ägypten, jedoch wird diese Möglichkeit kaum wahrgenommen. Viele Ägypter zweifeln die Anonymität solcher Tests an und fürchten bei positivem Testergebnis als schwul abgestempelt zu werden. Homosexualität selbst ist in Ägypten zwar nicht strafbar, dennoch wird Homosexuellen zur Last gelegt, dass sie sich "moralischer Verdorbenheit" oder "der Verletzung der Lehren der Religion" schuldig gemacht hätten.



 

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Weitere Quellen: queercom