Jeder wie er will – für mehr Akzeptanz in der Szene

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Jeder wie er will – für mehr Akzeptanz in der Szene
Youtube/Iwwit

Es widerspricht sich: Alle Schwulen wollen tolerant behandelt werden. Trotzdem gibt es Ausgrenzung innerhalb der Community. Eine neue Kampagne will etwas dagegen tun.

"Ich bin ein relativ tuntiger Mann. Mittlerweile traue ich mich, so tuntig zu sein, wie ich innerlich bin", sagt Barbie Breakout zu Beginn des Videos. "Wie schwul, schrill oder tuntig dürfen wir eigentlich sein?", fragt die Dragqueen anschließend. Es ist klar, worum es geht: Diskriminierung innerhalb der schwulen Community. Denn obwohl die Szene so vielfältig ist oder gerade deshalb kommt es oft zu Ausgrenzungen. Das bleibt für die Betroffenen nicht immer ohne Folgen.

Ausgrenzung in der virtuellen und realen Welt

Bei der Kampagne "Ich weiß was ich tu" (IWWIT) dreht sich im Oktober alles darum, wie Schwule miteinander umgehen. Das ist nicht immer nur angenehm: Viele haben schon Ausgrenzungserfahrungen innerhalb der Szene gemacht ganz gleich ob in der realen oder in der virtuellen Welt.

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In Datingprofilen sind sie oftmals direkter zu erkennen: Da liest man(n), dass der eine Profilinhaber "keine Fetten" sucht und der andere keine "Schlitzaugen". "Langweiligen Spießern" wird genauso von Vornherein eine Abfuhr erteilt wie "Szeneschwuchteln". Aber auch im Alltag, in Kneipen und Clubs geht es nicht immer tolerant und akzeptierend  untereinander zu. Was steckt hinter diesem Verhalten und was kann es mit "uns" machen? Die Präventions-Kampagne der Deutschen Aids-Hilfe geht diesen Fragen nach und gibt Antworten.



"Wir wollen eine Diskussion darüber anregen, wie akzeptierend wir innerhalb der Community eigentlich selber sind," erklärt Tim Schomann, Kampagnenleiter von IWWIT. "Egal ob ich von mir oder anderen erwarte, nicht so tuntig zu sein, sondern straight und männlich rüber zu  kommen. Oder ob vermeintlich schrille und bunte Auftritte auf CSDs von einigen  aus der Szene als kontraproduktiv angesehen werden, weil sie der heterosexuellen Gesellschaft vielleicht missfallen könnten. Überall schwingt der Druck mit, sich einem heterosexuellen Mehrheitsbild anzupassen," sagt er weiter.

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Plakatmotiv der Kampagne.

Plakatmotiv der Kampagne.

"Das muss doch nicht sein"

Deshalb wird sich das Thema auch mit der sogenannten internalisierten Homophobie auseinandersetzen. Das bedeutet, dass Schwule die negativen Zuschreibungen der Gesellschaft verinnerlichen. So kommt es zu einem "Feind von innen": Schwule übernehmen die Vorurteile und Vorbehalte, die sich gegen sie selbst und ihre Community richten.



Im Video erzählen verschiedene Mitglieder der Community von ihren persönlichen Erfahrungen. "Das muss doch nicht sein", wurde einem über seinen Nagellack gesagt. "Und das ist in einem Schwulenclub passiert. Deshalb verletzt mich das sehr. Ich weiß nicht, warum die so ein Problem damit haben", sagt er weiter. Das Video schließt mit den Wünschen an die Szene: "Ich wünsche mir Respekt und zwar allen Menschen gegenüber" oder "Ich wünsche mir, dass die Community das praktiziert, was sie selbst erwartet."

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Weitere Quellen: Iwwit