Kampf gegen AIDS

Christian Brandl Von Christian Brandl

Die Stiftung des ehemaligen U.S. Präsidenten Bill Clinton konnte eine Vereinbarung erwirken, die Entwicklungsländern Hilfe im Kampf gegen HIV bietet. Wie nötig dies ist, zeigt der aktuelle Bericht der UNAIDS.

Anfang April machte eine ermutigende Nachricht die Runde: die "William-J.-Clinton-Stiftung" hatte mit mehreren Pharmaherstellern verhandelt und eine Vereinbarung erwirkt, die Entwicklungsländern die Lieferung von HIV-Diagnostik und HIV-Medikamenten zu vergünstigten Konditionen garantiert. Die Stiftung des ehemaligen U.S. Präsidenten Bill Clinton hat den Kampf gegen die tödliche Immunschwächekrankheit als eines ihrer Hauptziele und durch diese Preisreduzierung gibt es nun einen neuen Hoffnungsschimmer für Millionen Infizierte.

Nach Angaben der Weltbank seien die Medikamente nun mit Preisnachlässen von mehr als 50 Prozent erhältlich und die Behandlung eines Patienten koste damit nur noch etwa 117 Euro im Jahr. Doch auch HIV-Tests sind künftig in über 120 Entwicklungsländern günstiger, was die sichere Diagnose der Infektion ermöglicht und helfen soll, die Verbreitung einzudämmen.

Wie das aktuelle Update des regelmäßigen globalen HIV/AIDS Reports der UNAIDS zeigt, sind Maßnahmen auch dringend nötig. Gerade in südlich gelegenen Staaten des afrikanischen Kontinents hat die Ausbreitung von HIV Ausmaße erreicht, die kaum vorstellbar sind. Obwohl diese Region gerade einmal 2 Prozent der Weltbevölkerung beheimatet, lebt nahezu die Hälfte aller weltweit HIV-Infizierten in dieser Region. Mit 28,2 Millionen Infizierten und 3,4 Millionen Neuinfektionen im Jahr 2003 führen die Länder Südafrikas die traurige Spitze der Statistik an. Doch nicht nur hier ist eine beängstigende Entwicklung zu verzeichnen.

Gerade die Länder der ehemaligen Sowjetrepubliken zeigen mit steigendem Drogenkonsum und einem beispiellosen Leichtsinn der jugendlichen Bevölkerung in Bezug auf Safer Sex einen starken Anstieg bei den registrierten Infektionen. Ähnliches wird aus Südostasien berichtet, wobei hier die weit verbreitete Prostitution einen großen Anteil der Neuinfektionen hervorbringt. Weltweit gab es im vergangenen Jahr mehr als 5 Millionen Neuinfektionen, was einen Zuwachs von etwa 13.500 Infizierten pro Tag bedeutet.

Bleibt zu hoffen, dass der vermehrte Einsatz der HIV-Tests und die nun bestehende (günstigere) Möglichkeit einer Behandlung der Infektionen eine weitere Ausbreitung der Epidemie eindämmt. In den Industriestaaten Nordamerikas und Europas leben derzeit bereits etwa 1,6 Millionen Infizierte, die durch die Anwendung der hoch-aktiven antiretroviralen Therapie (HAART) gute Erfolge bei der Eindämmung ihrer Infektion erzielen. Trotz aller Medikamente kann HIV jedoch bislang nicht geheilt, sondern lediglich bis auf ein nicht nachweisbares Niveau eingedämmt werden.

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Weitere Quellen: UNAIDS, DerStandard.at