Kampf ums Rathaus

Christian Brandl Von Christian Brandl

Zwei schwule Kandidaten wollen Oberbürgermeister in Köln werden: Sowohl FDP als auch CDU schicken einen offen homosexuellen Kandidaten ins Rennen.

(dbna.de / WELT Online) Köln steht für Weltoffenheit, Toleranz und wird oft als heimliche Hauptstadt der Schwulen und Lesben in Deutschladn gehandelt. Insofern ist das Thema "Homosexualität" in Köln keine Sensation, sondern Normalität. Und doch erstaunt nun die sexuelle Orientierung zweier OB-Kandidaten die Öffentlichkeit.

Sowohl die FDP, als auch die CDU, senden Kandidaten um das höchste Amt der Stadt ins Rennen, die offen mit ihrer Homosexualität umgehen: Peter Kurth (CDU) wurde vor sechs Jahren eher unfreiwillig von einem Schwulenmagazin geoutet. Zwar gab es von ihm damals kein einprägsames Statement, wie von Berlins regierendem Oberbürgermeister Klaus Wowereit, doch er dementierte die Meldung nicht und sagte gegenüber dem Tagesspiegel: "Die sexuelle Orientierung von Politikern ist Privatsache."

FDP und CDU im Konkurrenzkampf

Kandidat der FDP ist der 43-jährige Ralph Sterck, gebürtiger Kölner und schwul. In der CDU befürchtet man, Sterck könne den Einzug von Kurth ins Rathaus gefährden, doch dieser sieht den Unmut der Konservativen gelassen: "Falls die CDU einen schwulen Kandidaten ausgesucht haben sollte, ummich zum Rückzug zu becircen, hat sie sich geirrt: Ich werde, inAbstimmung mit allen Ebenen meiner Partei, bis zum Schluss an meinerOB-Kandidatur festhalten." Die Sorgen der Schwarzen sind nicht grundlos: bereits bei der Europawahl konnte die FDP viele Stimmen auf sich vereinen und erhielt rund 14 Prozent der Stimmen.

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Weitere Quellen: WELT Online, iStockphoto.com