Das gab es noch nie in Österreich: Zum ersten Mal in der gut zwanzigjährigen Geschichte der Wiener Regenbogenparade wird am Samstag Bundeskanzler Christian Kern die Abschlussrede halten. Die Veranstalter freuen sich über das offizielle Statement.

Gleichberechtigung und Vielfalt seien die einzigen Antworten auf Gewalt und akut herrschenden Hass, betont der designierte Bundesratspräsident Mario Lindner von der SPÖ (Sozialdemokratische Partei Österreichs) in einer Pressemeldung zur Wiener Regenbogenparade an diesem Wochenende.

Trotz oder vielleicht gerade aufgrund des dramatischen Ereignisses in Orlando muss ein deutliches Zeichen gesetzt werden. Ein Zeichen der Toleranz und Akzeptanz und des friedlichen Miteinanders.

Das Statement ist für die Veranstalter ein "essenzieller Schritt"

Umso freudiger zeigt sich Lindner im Hinblick auf eine diesjährige Premiere: Erstmals wird ein amtierender Regierungschef Österreichs bei der Veranstaltung eine Rede halten. Der frisch vereidigte Christian Kern (SPÖ) soll am Samstagabend bei der Abschlussbekundung um 19 Uhr auf der großen Bühne vor der Votivkirche stehen. In solch dunklen Zeiten sei dies ein essenzieller Schritt, betonen die Veranstalter.

Seit 17. Mai ist Christian Kern Bundespräsident Österreichs. Knapp einen Monat später wird er beim Wiener Pride sprechen.

Seit 17. Mai ist Christian Kern Bundespräsident Österreichs. Knapp einen Monat später wird er beim Wiener Pride sprechen.

Österreich ist nicht zuletzt von der Bundespräsidentenwahl im Mai gezeichnet, bei der Norbert Hofer von der rechtspopulistischen Partei FPÖ nur knapp mit 49,7 Prozent der abgegebenen Stimmen seinem Konkurrenten Alexander Van der Bellen unterlag.

Regierungschefs beim CSD: Noch eine Seltenheit

Die FPÖ ist mehrfach durch homophobe  Äußerungen aufgefallen und wollte beispielsweise das Adoptionsrecht für Homosexuelle rückgängig machen. Daher ist es laut Lindner wichtiger denn je, dass ein offizielles Statement von der Regierung geliefert wird.

Dass jedoch ein solch wichtiger Politiker bei einem Pride-Event dabei ist, ist nicht nur für Österreich besonders. Auch weltweit kam dies bislang ausgesprochen selten vor. So soll beispielsweise im Juli mit Justin Trudeau erstmals ein kanadischer Premierminister am Pride in Toronto teilnehmen.

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Weitere Quellen: flickr.com/János Korom Dr., SPÖ