Karibischer Traum

Christian Brandl Von Christian Brandl

(dbna.de / 365gay.com) Nach langem Hin- und Her muss der halb-autonome Inselstaat Aruba nun gleichgeschlechtliche Ehen aus Ländern, in denen die Eintragung einer Homo-Ehe legal ist, anerkennen. So entschied der oberste Gerichtshof der Niederlande, der für die Inselgruppe der Antillen als Teil des Königreichs weisungsberechtigt ist.

Diesem Gerichtsurteil war ein dreijähriger Kampf zwischen den Behörden von Aruba und den Niederlanden vorausgegangen, seit zwei lesbische Frauen die Anerkennung ihrer Homo-Ehe auf Aruba gefordert hatten. Charlene und Esther Oduber-Lamers hatten 2001 in den Niederlanden geheiratet und 2004 die Anerkennung ihrer Ehe auf Aruba gefordert. Die Einwohner der Insel hatten heftig reagiert: sie bewarfen die Frauen mit Steinen, zerstochen die Reifen ihres Autos und protestierten gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Schließlich flohen die Frauen sogar von der Insel.

"Wenn wir die Homo-Ehe anerkennen, müssen wir dann als nächstes auch die Marijuana-Bars und die Sterbehilfe aus Holland übernehmen?", so der Reigerungssprecher Ruben Trapenberg 2005. "Sie haben ihre Kultur und wir haben die unsrige." Zurück in den Niederlanden strebten Charlene und Esther Oduber-Lamers eine Klage gegen die Insel an. In der ersten Instanz wurde den Frauen Recht gegeben und die Regierung der Insel rief den Obersten Gerichtshof in Den Haag an.

Dieser urteilte am Freitag, dass eine Urkunde, die von einem niederländischen Beamten ausgestellt wurde auch in Aruba "die gleiche Rechtskräftigkeit" habe. "Das Paar kann darauf bestehen auch im regionalen Standesamt als verheiratet eingetragen zu werden", so die Richter.

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Weitere Quellen: Quelle: 365gay.comBildmaterial: © stock.xchng