Kaum Scheidungen

Christian Brandl Von Christian Brandl

Eine statistische Auswertung des Münchner Amtsgericht hat ergeben, dass die Trennungsrate bei homosexuellen Paaren, die ihre Partnerschaft registrieren lassen, erheblich niedriger liegt als bei heterosexuellen Ehen. Nach Auskunft des Präsidenten des Münchner Amtsgerichts, Gerhard Zierl, haben sich seit der Einführung des Lebenspartnerschaftsgesetzes in München zwar lediglich 250 homosexuelle Paare eintragen lassen, jedoch sind davon bislang auch nur 25 Partnerschaften wieder getrennt worden. Im Vergleich wird inzwischen nahezu jede vierte heterosexuelle Ehe wieder geschieden.

"Die erste Trennung kam etwa nach einem Jahr", so Zierl gegenüber dem Münchner Merkur. Dies sei auch der erstmögliche Zeitpunkt gewesen, denn wie bei klassischen Ehen gilt auch für das LPartG das Trennungsjahr.

Der größte Unterschied liegt im Tempo der Scheidung, denn während heterosexuelle Paare oft lange vor Gericht um die Aufteilung von Hausrat und Wohnung streiten, einigten sich schwule und lesbische Paare schneller.  Den Hauptgrund hierfür sieht Zierl darin, dass die Homo-Ehe erst seit einigen Jahren existiert. "Deshalb wurden meist noch nicht so viele Vermögenswerte gemeinsam angeschafft, um die man streiten kann." Auch die Frage des Sorgerechts - ein großer Streitpunkt bei Scheidungen - stelle sich bei den meisten Homo-Ehen nicht, was die Scheidung ebenfalls beschleunige.

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Weitere Quellen: Merkur Online