"Kein Film kommt mehr ohne schwule Pärchen aus."

Redaktion Von Redaktion

Keine "Ehe für alle" und schwule Beziehungen waren auch mal im alten Griechenland "schick" – Frauke Petry fasst ihre Haltung gegenüber LGBTIQ* in drei Minuten zusammen.

Die Fraktionsvorsitzende der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry, war im Interview mit Tilo Jung von Jung & Naiv. In diesem Interview sollte es vor allem um "andere Themen" gehen außer Einwanderung, Flüchtlinge und den Islam. Tilo Jung wollte herausfinden, welche anderen Themen noch wichtig sind für die AfD und Frauke Petry selbst. Nach dem über Petrys Vergangenheit, Drogenpolitik und weitere Themen geredet wurde, ging es dann um das Thema "Ehe für alle" und Rechte für LGBTIQ*.

"Seid ihr für die "Ehe für alle"?"

Auf diese Frage kam ein klares "Nein" von Petry. Die Partei akzeptiere zwar gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften und findet auch steuerliche Gleichheit richtig. Gegen die Öffnung der Ehe ist sie aber trotzdem, "weil Ehe und Familie einen besonderen Schutz des Staates genießen. Und weil es staatliche, () Aufgabe () ist zu definieren, welches Modell des Zusammenlebens staatlich subventioniert werden sollte." Nur Familien, die auch Kinder kriegen können, sollen aus Sicht der AfD unterstützt werden. Erschwerte Adoptionsbedingungen für gleichgeschlechtliche Paare hält Petry auch für richtig, nicht weil diese Paare nicht in der Lage sein ein Kind aufzuziehen, sondern weil man einen "politischen Standard" brauche.

Von heterosexuellen Paaren kann man Kinder erwarten, deswegen ist das für die AfD das einzige zu unterstützende, Familienmodell. Frauke Petry beschreibt weiter, dass dies auch der Wunsch vieler Jugendlicher sei: "Die meisten Jugendlichen (wünschen sich) eine Familie, ein Haus und einen stabilen Beruf, ein stabiles Einkommen und das ist etwas, was wir gerne fördern wollen."

Wir sind uns nicht sicher, ob Frauke Petry da auch mal einen homosexuellen Jugendlichen gefragt hat.

Ein immer wiederkehrender "Trend": Homosexualität

Frauke Petry findet es auch nicht gut, wenn gleichgeschlechtliche Paare oder Familien in den Medien gezeigt werden oder gar im Fokus des Geschehens stehen. Deutsche Spielfilme, zum Beispiel bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, kämen nicht mehr "ohne das schwule Pärchen (aus), das dann ganz toll gefunden wird von Mutter und Vater." Homosexualität ist für Petry und die AfD ein Trend, der auch als Solcher zu behandeln ist. Sie akzeptiere Homosexuelle, sagt aber auch, dass "es im alten Griechenland auch schonmal schick war, dass Männer eher mit Männern Sex hatten anstatt mit ihren Frauen". Ein Standard solle es aber nie werden.

Mit ihrer Meinung steht Petry in ihrer Partei nicht alleine da, schon häufiger gab es homophobe Aussagen seitens der AfD. Corinna Herold, AfD-Abgeordnete in Thüringen, sprach sich im Oktober 2015 für eine Zählung von LGBTIQ* im Freistaat aus und in Sachsen-Anhalt sagte der Abgeordnete Andreas Gehlmann während einer Debatte, man solle Homosexuelle - wie in Marokko - ins Gefängnis einsperren.

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