Kein Grußwort?

Christian Brandl Von Christian Brandl

(dbna.de / IG CSD Stuttgart e.V.) In diesem Jahr müssen die Veranstalter des CSD Stuttgart wohl auf die Unterstützung von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel verzichten. Nachdem sie wegen ihres Grußwortes aus dem Vorjahr stark in die Kritik konservativer Gruppierungen geraten war, scheint Frau Merkel sich in diesem Jahr von der Veranstaltung zu distanzieren.

Über ihr Büro lässt sie ausrichten, dass sie diesmal leider kein Grußwort zur ehrenamtlichen Veranstaltung beitragen könne: "Sie erhält so viele Bitten um Grußworte oder Textbeiträge, dass sie diesen aus Gründen der Gleichberechtigung nicht regelmäßig nachkommen kann," so schreibt Dr. Doris Marquardt, Referentin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Bundeskanzleramts, in Merkels Auftrag.

Christoph Michl, Gesamtleiter der Veranstaltung, findet dies "unverständlich und mehr als schade [...] Erneut wird eine Chance verpasst, zumindest einsymbolisches Zeichen für die homo-, bi- und transsexuellen Menschen zusetzen, wenn schon die dringend notwendige Gleichstellung von Lesbenund Schwulen in Deutschland nur zögerlich voran kommt." Andere Politiker zeigen sich da weltoffener: Cem Özdemir und Dr. Wolfgang Schuster kamen der Bitte nach einem Grußwort rasch nach. Eine Anfrage an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) blieb bislang unbeantwortet.

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Weitere Quellen: Quelle: IG CSD Stuttgart e.V.Bildmaterial: © IG CSD Stuttgart e.V.