Keine Adoption

Christian Brandl Von Christian Brandl

(dbna.de / 365gay.com) Der oberste Gerichtshof Frankreichs hat entschieden, dass die Partnerin einer lesbischen Frau deren Kinder nicht adoptieren darf. Zur Begründung führte das Gericht an, dass es im Gesetz keine Regelung gebe, die ein gemeinsames Sorgerecht für gleichgeschlechtliche Paare vorsehe. Es gebe nur zwei Wege, auf die die Partnerin das Sorgerecht erwerben könne: entweder müsse die leibliche Mutter ihre Rechte aufgeben - was aber nicht im Sinne des Kindeswohles wäre - oder der Gesetzgeber müsse ein entsprechendes Gesetz verabschieden.

Diese Diskussion wird auch im Rahmen des laufenden Wahlkampfs thematisiert: Marie-Ségolène Royal, Kandidatin der sozialistischen Partei (PS) für die Präsidentschaftswahl 2007 betonte, dass sie einen Gesetzentwurf einbringen würde, um die Homo-Ehe zu erlauben. "Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ist im Namen der Gleichheit, der Transparenz und des Respekts nötig", so Royal gegenüber dem Homo-Magazin "Tetu". Sie erklärte auch, dass gleichgeschlechtliche Paare ihrer Ansicht nach die Möglichkeit zur Adoption haben sollten.

Damit steht sie in krassem Gegensatz zur regierenden UMP, deren Kandidat Nicolas Sarkozy sowohl gegen die Homo-Ehe, als auch gegen das Adoptionsrecht für Schwule und Lesben ist. Im Rahmen der Einführung des PACS gestand die Partei vor einigen Jahren jedoch eingeschränkte Partnerschaftsrechte für Schwule und Lesben zu.

Die französische Öffentlichkeit scheint jedoch liberaler eingestellt zu sein: in einer aktuellen Umfrage sind rund 60 Prozent der Franzosen für die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare.

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Weitere Quellen: Quelle: 365gay.comBildmaterial: © Photocase.com