Keine Adoption in der Schweiz

Redaktion Von Redaktion

(dbna.de) Nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg einer französischen Lesbe Anfang 2008 ein Adoptionsrecht zugestand, obwohl dies die französischen Behörden bislang verweigerten, ging ein Aufhorchen durch die Szene. Eine Anfrage aus dem Parlament an die Schweizer Regierung wollte die Chancen für eine Änderung des Schweizer Partnerschaftsgesetzes und eine Legalisierung der Adoption für eingetragene Partner ausloten.

Nun sorgt die Antwort des Bundesrates für rote Köpfe. Ein Adoptionsrecht für lesbische und schwule Paare in eingetragener Partnerschaft komme derzeit nicht in Frage. Als Begründung fügten die Regierungsvertreter vor allem zwei Gründe an: Einerseits sei es das Ziel, dass Kinder von verschiedengeschlechtlichen Partnern aufgezogen würden. Andererseits sei die breite Akzeptanz des Partnerschaftsgesetzes darauf zurückzuführen, dass die Diskriminierung von Lesben und Schwulen aufgehoben werden konnte, ohne eine Adoption zu ermöglichen.

Mit der genau gleichen Begründung will der Bundesrat auch eine Stiefkindadoption, also beispielsweise die Adoption des leiblichen Kindes des eingetragenen Partners, weiterhin nicht zulassen. Damit bleibt die absurde Situation, dass Lesben und Schwule ohne eingetragene Partnerschaft alleine einen Adoptionsantrag stellen können, dieses Recht jedoch verlieren, wenn sie sich verpartnern lassen.

Brisant ist diese Antwort angesichts der Tatsache, dass die Schweiz kürzlich vom UNO-Menschenrechtsrat für das Fehlen eines expliziten Diskriminierungsverbots für Homosexuelle in der Verfassung gerügt wurde.

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