"Keine trockenen Vorträge über Paragrafen und Gesetze"

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
"Keine trockenen Vorträge über Paragrafen und Gesetze"
privat

Zum zweiten Mal treffen sich am Samstag queere Juristen bei der Karrieremesse Alice in Köln. Der Veranstalter Stuart B. Cameron erklärt im Interview, weshalb es so eine Veranstaltung braucht, und ob sie auch für Leute interessant ist, die nichts mit Paragrafen und Gesetzen zu tun haben.

Stuart, wofür braucht es einen eigenen Summit für LGBTIQ*-Juristen?

Der Summit gibt LGBTI-Juristen die Möglichkeit voneinander zu lernen, sich auszutauschen und zu netzwerken. Das ist wichtig für den beruflichen Erfolg. Und nur gut vernetzt können LGBTI-Juristen zusammen an der Durchsetzung ihrer Rechte arbeiten, wie zum Beispiel der Einführung der Ehe für alle. Dabei haben wir uns an der weltgrößten Konferenz für LGBTI-Juristen orientiert: Der Lavender Law Conference & Career Fair in den USA mit unglaublichen 1.500 Besuchern, 190 Kanzleien und anderen juristischen Organisationen.

Wäre es nicht wichtiger, das Thema Diversity und LGBTIQ* bei üblichen Events anzusprechen statt sich abzugrenzen?

Es ist auf jeden Fall wichtig, dass die Themen Diversity und LGBTIQ* auch bei anderen Karriereevents auf der Tagesordnung stehen. Dem ist nur leider nicht. Die meisten anderen Veranstaltungen beschäftigen sich nicht mit LGBTIQ* - leider. 

Wieso ausgerechnet ein Summit für Juristen - was ist da anders als in anderen Branchen?

Weil wir nur ein kleines Team sind (lacht). Wir würden am liebsten für alle Branchen Events und Communitys organisieren. Das macht sehr viel Spaß und ist für die Teilnehmer wesentlich sinnvoller. Mit unserer Unicorns in Tech Community veranstalten wir zum Beispiel jeden Monat Events für LGBTIQ*, die sich für Technologien interessieren. Über 1.800 Mitglieder haben wir bereits und alle Events sind ausgebucht. 

Was erwartet die Besucher des Alice-Juristensummits?

17 spannende Persönlichkeiten. Darunter Matt Beard, der sich als Executive Director bei All Out mit über zwei Millionen Mitgliedern weltweit für die Rechte von LGBTIQ* einsetzt. Darüber hinaus können sich alle (angehenden) Juristen über Karrieremöglichkeiten im Rechtsbereich informieren, wie etwa beim Vortrag von Dr. Klaus-Stefan Hohenstatt, Partner bei Freshfields. Beim "Ehe für alle"-Panel kann mitdiskutiert werden, in unserer Messelounge können Kontakte zu Unternehmen und Kanzleien geknüpft und sich so über aktuelle Jobangebote informiert werden. Beim Speed-Networking werden wir die Teilnehmer vernetzen. Zum Abschluss gehen wir im Kölner Club "Exile" gemeinsam feiern.

Ich bin kein Jurist - mit Paragrafen habe ich nichts am Hut. Ist der Alice-Juristensummit trotzdem interessant für mich?

Auf dem Alice-Juristensummit erwarten Dich keine trockenen Vorträge über Paragrafen und Gesetzestexte. In den Diskussionen und Beiträgen unserer Speaker geht es vor allem darum, wie Gesetze das Leben jedes einzelnen LGBTIQ* beeinflussen und wie wir für eine rechtliche Gleichstellung kämpfen können. Daher ist der Summit für alle LGBTIQ* und Interessierte spannend - auch Nicht-Juristen sind herzlich willkommen.

Kostenlose Tickets für "Alice" gibt's hier.

Hier geht's zum Programm des Events.

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