Keine völlige Gleichstellung in Großer Koalition

Andreas Graf Von Andreas Graf
Keine völlige Gleichstellung in Großer Koalition
Creatas/Getty Images/Creatas RF

In der angestrebten Großen Koalition zwischen CDU/CSU und SPD wird es keine weitere Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geben. Darauf bestehen Angela Merkel (CDU) und der CSU-Chef Horst Seehofer in einem Gespräch mit dem SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel.

 Die SPD, die im Wahlkampf die "absolute Gleichstellung" von schwulen und lesbischen Partnerschaften gefordert hatte, habe die Forderung akzeptiert. Das berichtet der SPIEGEL in seiner heutigen Ausgabe. Es werde keine Öffnung der Ehe geben, "und daher auch kein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare", habe Merkel am Freitag in einer telefonischen Konferenz des CDU-Vorstands berichtet.

Auch Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, schloss eine völlige Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften mit der Ehe aus. "Was mit uns nicht zu machen ist, ist die Öffnung der Ehe.", sagte er in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin".

Hoffen auf Bundesverfassungsgericht

In Deutschland müssen Schwule und Lesben wohl auf weitere Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes warten. Darauf hoffen auch Befürworter der Gleichstellung, wie der Berliner Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak (CDU). "Wir werden ohnehin ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts bekommen, das uns in diese Richtung weisen wird.", sagt er im SPIEGEL.

SPD-Mitglieder stimmen ab

Das letzte Wort haben die 470.000 Mitglieder der SPD. Sie sollen am Ende der Koalitionsgespräche per Briefwahl über die Ergebnisse abstimmen. Gabriel sagte, Ziel sei eine Regierungsbildung noch vor Weihnachten.

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