Kenia droht mit Todesstrafe

Redaktion Von Redaktion
Kenia droht mit Todesstrafe
Nicor/CC BY-SA 3.0

Scharia oder Todesstrafe – das fordert Sheikh Mohammed Khalifa im Umgang mit Homosexuellen. Damit spitzt sich die Situation für Schwule in einem weiteren afrikanischen Land neben Uganda zu.

Tod den Homosexuellen so zugespitzt lässt sich die Aussage von Sheikh Mohammed Khalifa vom Rat der Imame und Prediger in Kenia zusammenfassen, die er gegenüber der kenianischen Zeitung "Daily Nation" vertrat: "Der Tod ist die einzige vom Islam vorgesehene Strafe für diese Menschen."

Weiter zitiert das Blatt den islamischen Geistlichen: "Wir fordern die Kenianer auf, Unternehmen und Geschäfte zu boykottieren und sie offen zu diskriminieren, um das abartige Treiben zu stoppen."

Vardion/CC BY-SA 3.0
Kenia ist ein Staat in Ostafrika.

Kenia ist ein Staat in Ostafrika.

Religiöse Scharia oder staatliche Todesstrafe

Gesellschaftliche Akzeptanz für Homosexuelle sollte es nach Ansicht Sheikhs zudem nicht geben. Der Regierung riet er, dass wenn sie den Geistlichen nicht erlaube, das islamische Recht (Scharia) gegen Homosexuelle anwenden zu dürfen, so solle die Einführung der Todesstrafe oder lebenslange Haft erwogen werden.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), zeigt sich besorgt über diese Entwicklungen in Kenia. "Ich fordere von der kenianischen Regierung, sich klar zu den Rechten von Homosexuellen zu bekennen und sich für sie einzusetzen. Dazu gehört auch, dass die Strafbarkeit von Homosexualität in Kenia endlich abgeschafft wird und Homosexuelle wirksam gegen Übergriffe und Diskriminierungen geschützt werden", so Löning gegenüber dbna. Dafür setze sich die Bundesregierung zusammen mit ihren europäischen Partnern mit Nachdruck ein.

Repression in weiten Teilen Afrika

Bereits im letzten Jahr war Uganda mit einer Gesetzesinitiative eines Abgeordneten aufgefallen, welche die Todesstrafe für Homosexuelle forderte. Dies führt zu internationaler Entrüstung von US-Präsidenten Barack Obama bis zum deutschen Entwicklungsminster Dirk Niebel (FDP). Letzterer hatte der ugandischen Regierung zu verstehen gegeben, dass es deutsche Entwicklungshilfegelder nur gebe, falls es zu keiner Strafverschärfung kommen sollte. 

In Uganda rückte man daraufhin von den Plänen ab, das Parlament wies die Todesstrafe schließlich auch zurück, wenn auch Bestandteile der Gesetzesvorlage debattiert wurden.

In weiten Teilen Afrikas sind Homosexuelle staatlicher als auch gesellschaftlicher Repression unterworfen. Wer zu seiner sexuellen Orientierung offen steht, muss in der Regel nicht nur um gesellschaftliche Anerkennung sondern auch um Leib und Leben fürchten.

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Weitere Quellen: welt.de, queer