Kläger sagt aus

Christian Brandl Von Christian Brandl

Sympathisch und glaubwürdig - so beschrieben Prozessbeobachter denersten Auftritt des wichtigsten Belastungszeugen gegen Michael Jackson.Der 15-jährige, der nach eigenen Angaben und laut der Aussage seines14-jährigen Bruders den Popstar im Jahr 2003 zum ersten Mal auf derNeverland Ranch getroffen hatte, gab gestern seine Aussage zuProtokoll.

Mit den Worten "Ja, das ist Michael Jackson" bestätigte der Jungezunächst die Identität des US-Stars. Dieser habe ihn auf seine Rancheingeladen, um dort an einem Dokumentationsfilm über das Leben desSängers mitzuwirken. Der Junge habe dabei vor der Kamera Statementsabgeben müssen, die ihm der Popstar zuvor gesagt hatte. "Er sagte mir,er wolle, dass ich bestimmte Dinge sage,  dass ich sage, dass ermir geholfen hat und mich so ziemlich vom Krebs geheilt hat.", so der15-jährige. Dies hätte jedoch nicht der Wahrheit entsprochen.

In der Vernehmung kurz vor Ende des Prozesstages erklärte der Jungeaußerdem, dass Jackson ihm und seinem Bruder bereits beim ersten Besuchauf der Neverland-Ranch pornografisches Material gezeigt habe. Auchwollte der Popstar, dass der Junge seine Eltern darum bittet, bei ihmim Schlafzimmer übernachten zu dürfen. Die Befragung des Jungen sollheute durch Staatsanwalt Tom Sneddon fortgeführt werden.

Aus Aussage des 14-jährigen Bruders des Opfers konnte indes vonJacksons Verteidiger entkräftet werden, indem er ihm nachwies,widersprüchliche Aussagen zu machen. Bei einer früheren Aussage bei derPolizei hatte der Junge erzählt er habe die sexuellen Handlungen vonder Couch aus beobachtet auf der er sich schlafend gestellt hatte. Beiseiner aktuellen Aussage hatte er behauptet dies von der Tür ausgesehen zu haben. Der Junge begründete die Unstimmigkeiten mitNervosität.

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Weitere Quellen: SPIEGEL Online