Kleine Flaggenkunde

Redaktion Von Redaktion

Viele werden sie kennen, die Erkennungszeichen vor schwulen Bars, auf dem Christopher Street Day oder auf diversen Websites. Die allgegenwärtige Regenbogenflagge ist jedem ein Begriff, doch könntest du auch die Flagge der Bisexuellen oder der Transgender erkennen?

Die Pride Flag

"Das Zeichen dieser großartigen Menschen ist die Regenbogenflagge, die zeigt, dass die Schwulen aller Hautfarben, von rot bis lila, innig vereint sind" schreibt die Scherzseite stupidedia.org. Tatsächlich sollen diese Farben uns Vielfalt signalisieren, diese Bedeutung hatte der Regenbogen seit jeher, etwa bei den alten Griechen und den Naturvölkern Nordamerikas. Auf der Suche eines Symbols für die Schwulen- und Lesbenparade in San Francisco 1978 orientierte sich der amerikanische Künstler Gilbert Baker an Symbolen der Hippiebewegung. Er legte viel Wert auf die Wiederverwendbarkeit dieses Symbols, wahrhaft zeitlos scheinen da auch die Bedeutungen der einzelnen Farbstreifen: Rot für das Leben, Orange für Heilung, Gelb als Symbol für die Sonne, Pink für Sex, Grün für die Natur, Türkis für Kunst sowie Violett für Spirit (≈Temperament).


Die Flagge der Bisexuellen

Gerade einmal 20 Jahre hat das bisexuelle Pendant zur Regenbogenflagge auf dem Buckel. Es wird auch verhältnismäßig selten in der Öffentlichkeit sichtbar, sehr wohl aber z.B. bei spezifischen Bi-Veranstaltungen, da Interessen-
gemeinschaften dieses Symbol verwenden. Erfinder Michael Page komponierte die Bi-Flagge aus den Farben Pink und Blau, die überlappend im Farbspektrum eine Art Lila ergeben. Erinnerst du dich an deinen Strampelanzug, den du im Kreißsaal des Krankenhauses kurz nach deiner Geburt anhattest? An jener Kleidung oder auch an farbigen Armbändchen konnten Krankenschwestern dein Geschlecht erkennen: Pink für Mädchen, Blau für Jungen. Page verwendete diese "Krankenhausfarben" für seine Flagge, deren Überlappung steht eben für die sexuellen Vorlieben Bisexueller.


Die Transgender-Flagge

Künstlerin Monica Helms stellte ihren Entwurf einer Transgender-Flagge erstmals im Jahre 2000 vor. Im Grunde übernahm sie Pages Flaggendesign und änderte es für transsexuelle Menschen um. Auch sie sieht Blau als klassische Farbe für Männlichkeit an, das weibliche Pink wurde hier allerdings durch ein zartes Rosa ersetzt. Blau und Rosa, männlich und weiblich im Wechsel. Dazwischen Weiß als Farbe der Geschlechtsneutralität. "Das symbolisiert unseren Willen, Richtigkeit in unserem Leben zu finden", sagt Helms.


Die Lederflagge

Die Flagge für Lederliebhaber hängt nun bereits seit 1989 in einschlägigen Kneipen oder auf Veranstaltungen der Szene. Damals wurde sie am 28. Mai gleichen Jahres auf dem International Mr. Leather Contest vorgestellt, mit Begeisterung aufgenommen und fand schnell große Verbreitung. Widersprüchliche Angaben sehen Tony DeBlase oder Henry Laster als Designer an. In jedem Fall wurde die Flagge nicht näher definiert, so müssen Streifen und Farben vom Betrachter selbst gedeutet werden. Ein Versuch: Schwarz und Blau stehen für typische Lederfarben, der weiße Streifen einmal mehr für Toleranz im zwischenmenschlichen Kontakt und das Herz für Leidenschaft und den - bei welcher Praxis auch immer - liebevollen Umgang miteinander. Es sei auch noch bemerkt, dass diese Flagge bei Homo-, Bi-, Trans und Heterosexuellen gleichermaßen Anklang findet.


Die Bärenflagge

Kleine Bärenkunde gefällig? Als Bären sehen sich hauptsächlich kräftiger gebaute, bärtige und haarige Männer und auch Frauen, die selbstbewusst zu ihrer Körperbehaarung stehen. Das Attribut "korpulenter Körperbau" wird gern verwechselt mit "Übergewicht", letzterer Aspekt wird aber in der Community nicht als ein "Muss" angesehen. Auch werden oftmals eher ältere Menschen mit "Bären" in Verbindung gebracht. Ihr seht schon, sowohl "echte" Bären als auch ihre menschlichen Nachahmer lassen sich nur schwer kategorisieren, von den vielen Haaren mal abgesehen.Etwas eindeutiger stehen die Zeichen bei der Flagge. Die sogenannte International Bear Brotherhood Flag, entworfen von Craig Byrnes, trat erstmals im Frühjahr 1996 in Erscheinung. Sie kristallisierte sich rasch als beliebteste unter vielen ähnlichen Variationen heraus. Die verschiedenen Braun-Abstufungen sowie die Farben Schwarz und Weiß stehen für die Vielfalt der Haut- und Fellfarben der Bären, gemeinsam mit der einenden Tatze ermuntern sie zu Toleranz in der Community.

dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!