(dbna.de / Spiegel ONLINE) Laut einer aktuellen Studie der Forscher Ilan Meyer und Matthew Feldman von der Columbia University leiden dreimal mehr homosexuelle Männer an Essstörungen und Magersucht wie ihre heterosexuellen Geschlechtsgenossen. Eine Vergleich zwischen lesbischen und heterosexuellen Frauen wies dagegen keinen derartig eklatanten Unterschied auf.

Mehr als 15 Prozent der befragten homo- und bisexuellen Männer berichteten, dass sie schon einmal an Magersucht, Brechsucht oder Fresssucht ("binge eating") gelitten hätten, so die New Yorker Forscher. Bei heterosexuellen Männern läge der Anteil bei nur fünf Prozent: "Schwule und bisexuelle Männer haben entschieden höhere Prävalenz-Schätzungen für Essstörungen als heterosexuelle Männer."

Der Grund dafür ist unklar. "Eine Theorie ist, dass Normen und Werte in der Schwulen-Community eine körperzentrierte Sichtweise und hohe Erwartungen an die physische Erscheinung begünstigen", so Meyer. Ähnlich wie heterosexuelle Frauen könnten auch homo- und bisexuelle Männer unter einem höheren Erwartungsdruck in Bezug auf ihr Äußeres stehen. Doch Detailfragen zum Privatleben der Probanden (z.B. Zugehörigkeit zur schwulen Community, Training in explizit homosexuellen Fitness-Studios) konnten diese Theorie nicht schlüssig bestätigen: "Dann muss es wohl an anderen Faktoren als den Normen und Werten der Community liegen, dass diese Männer höhere Essstörungsraten haben."

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