(dbna.de / FOCUS Online) Der Fall eines 16-jährigen Berliners, der nach exzessivem Trinken (angeblich konsumierte er 52 Glas Tequila auf einer "all-you-can-drink"-Party) seit Ende Februar im Koma liegt, ruft nun Politiker aller Lager auf den Plan: Abgeordnete im EU-Parlament fordern die Einführung eines Alkoholverbots für Jugendliche unter 18 Jahren, um einen besseren Schutz der Minderjährigen vor solchen Folgen und anderen Entwicklungsstörungen, die durch Alkoholkonsum verursacht werden können, zu gewährleisten.

Unterstützung erhält dieser Vorschlag aus den Reihen der Union. Die Drogenbeauftragte der Union, Maria Eichhorn (CSU), begrüßte die Idee: "Grundsätzlich sollte jede Möglichkeit genutzt werden, die hilft, Jugendliche vor einer Alkoholabhängigkeit zu bewahren", so Eichhorn gegenüber der "Berliner Zeitung". Doch auch die konsequente Ausschöpfung der bereits verfügbaren Mittel durch das Jugendschutzgesetz sei nötig: "Das Verbot muss voll ausgeschöpft werden. Daher müssen die Kontrollen konsequent durchgeführt werden." Auch Harald Terpe, drogenpolitischer Sprecher der Grünen, findet den Vorschlag prüfenswert: "Das Komasaufen ist eine beunruhigende Entwicklung [...] Wenn man den Jugendschutz ernst nimmt, muss man die Abgabe von Alkohol an unter 18-Jährige unterbinden." Doch auch die Aufklärung sei ein wichtiger Faktor, um Drogenmissbrauch bei Jugendlichen zu verhindern.

Seehofer: Keine "Olympiade der Verbote"

Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) sprach sich dagegen strikt gegen ein absolutes Alkoholverbot für Jugendliche aus. Vielmehr müsse man die Jugendlichen über die Gefahren des Alkohols besser aufklären, es gehe mehr um den richtigen Gebrauch von Alkohol. Dieser Meinung ist auch Sabine Bätzing (SPD), die Drogenbeauftragte der Bundesregierung: "Zunächst ist es dringlicher, auf die Einhaltung der bestehenden gesetzlichen Grenzen nach dem Jugendschutzgesetz zu achten". Ebenso wie ihr Kollege von der FDP, Detlev Pfarr, forderte sie die Wirte zu mehr Verantwortungsbewusstsein auf und apellierte an diese, keine "Flatrate-Partys" mehr zu veranstalten.



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