Kommt endlich die Verpartnerung?

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Kommt endlich die Verpartnerung?
flickr.com/Michalis Farmelis

Am Dienstag debattiert das griechische Parlament über eine Verpartnerung für Homosexuelle. Der Europäische Gerichtshof hat das Land deshalb bereits verurteilt. Was ein griechischer Bischof jetzt gesagt hat, ist haarsträubend: Homosexuelle sind für ihn keine Menschen.

In Griechenland haben Schwule und Lesben bisher keine Möglichkeit, ihre Beziehung offiziell zu registrieren. Zwar gibt es eine eingetragene Lebenspartnerschaft mit weniger Rechten als eine Ehe, aber die dürfen nur Mann und Frau eingehen.

Das hat der Europäische Gerichtshof 2013 verurteilt. Daraufhin hat das griechische Parlament versucht, das zu ändern: Im November 2013 und September 2014 ist ein entsprechender Gesetzentwurf jedoch an der konservativen Partei Nea Demokratia gescheitert. Die hatte zu viel Druck von Seiten der orthodoxen Kirche bekommen.

Fast alle Parteien für mehr Gleichstellung

Jetzt soll es einen neuen Anlauf geben: Am Dienstag berät das Parlament einmal mehr über die zumindest teilweise Gleichstellung. Das könnte jedoch schwierig werden. Denn die linke Partei Syriza von Ministerpräsident Alexis Tsipras ist in einer Koalition mit der rechtspopulistischen ANEL, die gegen Homo-Rechte sind. Tsipras ist also auf die Opposition angewiesen.

Doch das könnte gelingen: Bereits Anfang November haben sich die meisten Parteien - außer ANEL - darauf verständigt, die Gleichstellung von Homosexuellen voranzutreiben. Justizminister Nikos Paraskevopoulos hat versprochen, die Verpartnerung endlich auf den Weg zu bringen.

Griechisch-orthodoxe Kirche: Gegen jegliche Gleichbehandlung

Damit würde das Parlament entscheiden, was auch das Volk möchte: Denn knapp 65 Prozent sprachen sich in einer Umfrage im Jahr 2010 für eingetragene Partnerschaften aus. 

Gleichzeitig sind mehr als 95 Prozent in der griechisch-orthodoxen Kirche. Die ist gegen jegliche Gleichbehandlung, das hat sie wiederholt deutlichgemacht. Denn zwei Männer oder zwei Frauen, die zusammen sind, sollen ein Angriff auf die traditionelle Familie sein.

Homosexuelle sind "keine Menschen"

Besonders deutlich hat das Bischof Ambrosios von Kalavryta gemacht: "Wann und wo auch immer Sie diese Leute treffen: Spucken Sie auf sie!", schrieb er in seinem persönlichen Blog. Homosexuelle "sind keine Menschen" und eine "Laune der Natur". Bleibt abzuwarten, ob sich die Abgeordneten davon beeinflussen lassen.


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Weitere Quellen: flickr.com/Michalis Farmelis