"Kompromiss" bei den Pfadfindern

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"Kompromiss" bei den Pfadfindern
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Nach wochenlangen Diskussionen um die Zulassung von homo- und bisexuellen Mitgliedern wollen sich die US-Pfadfinder auf einen "Kompromiss" einigen. Demnach sollen Jugendliche mit gleichgeschlechtlicher Orientierung wieder zugelassen werden, allerdings nur solange, bis sie 18 Jahre alt sind.

Erwachsenen bleibt die Mitgliedschaft weiter untersagt. Somit will die Organisation verhindern, dass Betreuer schwul oder bisexuell sind. Diese Ideeist das Resultat einer internen Umfragen unter allen Mitgliedern undSponsoren, die sich jedoch auch gespalten über diese Idee zeigten.

Über den Vorschlag soll derDachverband der "Boyscouts of America" auf einer Sitzungmit 1400 Delegierten am 20. Mai in Texas abstimmen. Darunter aucheine Vielzahl von Vertretern der Kirche, dessen Haltung weltweitbekannt ist.

Kompromiss in der Kritik

Der Kompromiss findet bei diversenSchwulen- und Menschenrechtsgruppen wenig Anklang, da beiVolljährigkeit des Mitglieds der schonungslose Rauswurf ansteht."Viele junge Leute setzen sich hohe Ziele und möchten spätereinmal eine Führungsrolle übernehmen. Diese Chance wird ihnen somitgenommen", sagte Chad Griffin, Präsident derMenschenrechtskampagne.

Als weitere Folge würden dieMitgliederzahlen um bis zu 350.000 Mitglieder weiter sinken. Mitdiesem Problem kämpft die einst beliebteste Organisation in den USAbereits seit einigen Jahren.

Sponsoren drohen mit Rückzug

Sollten die "Boy Scouts"weiter an der homophoben Praxis festhalten, schwuleJugendliche weiterhin aus ihren Reihen komplett auszuschließen (dbna berichtete),drohen viele Konzerne, ihre Zahlungen an die Pfadfinder einzustellen.Der Logistikdienstleister UPS und der Chiphersteller Intelbeispielsweise haben ihre Unterstützung bereits beendet (dbna berichtete).

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