Konservatives Warschau

Christian Brandl Von Christian Brandl

Auch in diesem Jahr zieht der konservative Warschauer BürgermeisterLech Kaczynski alle Register, um die Parada Rownosci - eineGleichberechtigungsparade, die von den drei größten schwullesbischenOrganisationsn Polens für den 11. Juni angemeldet worden war - zuverhindern. "Ich bin Befürworter der Toleranz, aber Gegner derUnterstützung schwul orientierten Verhaltens. Hier bleibt alles beimAlten. Ich sage ab.", so Kaczynski gegenüber der polnischenPresseagenrur PAP.

Die Veranstalter hatten der Stadtverwaltung zugesichert, dass es keineParolen gegen die Kirche oder den Warschauer Bürgermeister geben werde.Dennoch will der Bürgermeister die Parade wie im Vorjahr verbieten.Doch die damals sehr offensiven Begründungen wie "sexuell obszön" und"Gefahr für die öffentliche Moral" sind nun juristischenSpitzfindigkeiten gewichen. Der Sicherheitsbeauftragte der Stadterklärte, dass der Antrag noch von seiner Behörde geprüft werde.

Auch Kaczynski hat noch ein Ass im Ärmel: Am Tag der Veranstaltungwerde in Warschau ein Denkmal zu Ehren Generals Stefan Roweckienthüllt, einem polnischen Helden des Widerstands gegen die Nazis. Andiesem Tag eine schwullesbische Parade zu veranstalten sei darum "einWitz".

Kaczynski gilt als aussichtsreicher Kandidat für die polnischen Präsidentschaftswahlen im Oktober.

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Weitere Quellen: taz