Kriminalität gegen Schwule, Lesben und Transpersonen nimmt zu

Kriminalität gegen Schwule, Lesben und Transpersonen nimmt zu

hjalmeida/istockphoto.com

Im Jahr 2017 sind in Deutschland deutlich mehr homophob/transphob motivierte Übergriffe gegen Schwule, Lesben und Transsexuelle verübt worden als je zuvor.

Nach einem Bericht des Bundesinnenministeriums haben Straftaten gegen die sexuelle Orientierung erneut deutlich zugenommen. Bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2017 ist ein Anstieg entsprechender Straftaten von rund 27 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 verzeichnet worden.

Diese Zahlen sind einer Antwort auf die schriftliche Anfrage des Abgeordneten Volker Beck (Grüne) zu entnehmen. Beck wollte wissen, wie viele homophob und transphob motivierte Straftaten es in den ersten Monaten des Jahres 2017 gegeben hat. 

"Fast 30% mehr homo-, trans, und bifeindliche Straftaten - da müssen eigentlich alle Alarmglocken losgehen."

Volker Beck


Die aktuellen Zahlen

Bis zum 28. Juli des Jahres seien es insgesamt 130 Straftaten gewesen, die sich gegen die sexuelle Orientierung gerichtet hätten. Nur 70 Tatverdächtige konnten ermittelt werden. Im gleichen Zeitraum des vorangegangenen Jahres wurden 102 Straftaten registriert, die sich gegen die sexuelle Orientierung richteten. Es seien 58 Tatverdächtige ermittelt worden. Unter den Delikten seien Gewalttaten mit 33 Fällen am häufigsten (Körperverletzung, Erpressung und Raub), gefolgt von Volksverhetzung mit 25 Fällen, 6 Propagandadelikte, Nötigung und Bedrohung in 7 Fällen, 5 Sachbeschädigungen und 54 sonstige Straftaten. 

"Der deutliche Anstieg in der Statistik zeigt, dass homo- und transphobe Hasskriminalität in Deutschland zum Alltag gehören."

Stefanie Schmidt, Sprecherin des LSVD


Bereits im gesamten Jahr 2016 hatte Deutschland eine Erhöhung dieser Straftaten zu verzeichnen. Der Grünenpolitiker fordert eine Bekämpfung der Homo- und Transphobie "unabhängig davon, ob sie islamistisch oder völkisch-national, religiös, politisch oder mackerhaft patriarchal daherkommt und begründet wird."

Auch wenn Homosexuelle ab Oktober 2017 nun heiraten können, fehlten ihnen ansonsten die Entfaltungsmöglichkeiten, beklagte Beck gegenüber dem Nachrichtenmagazin "der Spiegel".

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Homophobie
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Weitere Quellen: Spiegel