Kritik an US-Boy Scouts

Redaktion Von Redaktion
Kritik an US-Boy Scouts
DPSG

Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg kritisiert die Einstellung der Boy Scouts of America, die weiterhin Homosexuelle aus ihren Reihen ausschließt. In Deutschland wird die Einstellung der US-Organisation nicht geteilt.

Man bedauere die Entscheidung der Boy Scouts of America (BSA), lässt die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) vernehmen. Vor einigen Wochen teilten die BSA mit, dass sie auch zukünftig Mitglieder mit gleichgeschlechtlicher Neigung ausschließen wollen (dbna berichtete).

Kein Ausschluss von Schwulen

"Wir haben ein anderes Verständnis vom Pfadfinden. Niemand darf wegen seiner sexuellen Orientierung ausgeschlossen werden," erklärt Kerstin Fuchs, die der DPSG seit 2009 vorsteht. Dieses spiegelt sich auch in der Ordnung der DPSG wieder, in der steht: "Als Frauen und Männer pflegen wir ein partnerschaftliches Miteinander. Zudem geben wir unseren Mitgliedern den Raum für geschlechtsspezifische Erfahrung und Entfaltung. Niemand wird auf Grund ihrer oder seiner sexuellen Identität benachteiligt oder ausgegrenzt."

Auch gegenüber der katholischen Kirche vertrete man diese Haltung, weil dort gleichgeschlechtliche Beziehungen immer noch nicht anerkannt werden. 2011 sprach die DPSG die katholische Kirche auch in ihrer kirchenpolitischen Stellungnahme "Mut zur Entwicklung" an, damit Jugendliche, welche eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft basierend auf Liebe und Treue eingehen, nicht weiter ausgeschlossen werden.

Weltweite Diskussionen bei den Pfadfindern

Die Kritik an der Haltung der BSA hat quasi schon Tradition. So verfassten der Ring deutscher Pfadfinderverbände gemeinsam mit dem Ring deutscher Pfadfinderinnenverbände schon 2002 einen Offenen Brief an die BSA mit der Aufforderung zur Änderung ihrer Grundsätze. Ein Jahr zuvor, als 2001, verabschiedete die Europäische Pfadfinderkonferenz eine Resolution. In dieser wurde klargestellt, dass inner- oder außerhalb der Pfadfinderbewegung eine gleichgeschlechtliche Identität keine Begründung für welche Form der Diskriminierung auch immer darstellt.

Eine Diskussion über sexuelle Diskriminierung fand auch auf der letzten Weltkonferenz der Pfadfinderverbände statt. Dabei stellt sich zwar heraus, dass die BSA nicht die einzige Organisation sind, welche Homosexuelle aus ihren Reihen verband. Doch in einer Erklärung stellt die DPSG fest: "[Mit] Ländern wie Saudi Arabien und Zimbabwe [sind] nur einen kleinen Teil der weltweiten Pfadfinderschaft vertreten. Der größte Teil der weltweiten Pfadfinderbewegung vertritt eine andere Meinung als die BSA. Pfadfinden soll nicht an die sexuelle Identität geknüpft sein."

In der DPSG sind rund 95.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene organisiert, die sich auf ca. 1.400 Stämme und Siedlungen sowie 137 Bezirke in 25 Diözesen verteilen. Gegründet wurde der Dachverband 1929 in Altenberg. Innerhalb des Verbandes gibt es seit dem Katholikentag in Dresden 1994 die Arbeitsgruppe Schwulen, Lesben und Heterosexuellen (kurz: AG SchLeHE), die sich als Ziel die vollständige Gleichberechtigung auf die Fahnen geschrieben hat.

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Weitere Quellen: dpsg