Kroaten stimmen gegen Homo-Ehe

Andreas Graf Von Andreas Graf
Kroaten stimmen gegen Homo-Ehe
Wikimedia CC0 1.0

In einer Volksabstimmung stimmten die Bürger des EU-Neumitglieds Kroatien gegen die gleichgeschlechtliche Ehe. 65% der Wähler sprachen sich dafür, das christliche Ehemodell in der Verfassung festzuschreiben. Nur ein Drittel war dagegen.

Die Wahlbeteiligung lag gerade mal bei 38%. Die konservative Gruppe mit dem Namen "Im Namen der Familie" hatte sich für das Referendum eingesetzt und bereits im Vorfeld eine breite Zustimmung für diese Petition erhalten. Befürwortet wurde die Forderung von 740.000 Unterzeichnern.

Zur Abstimmung stand die Frage: "Stimmen Sie zu, dass die Ehe eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau ist?" Die katholische Kirche in Kroatien, die sehr mächtig ist, hatte diese Unterschriftensammlung massiv unterstützt und so das Referendum sozusagen erzwungen - gegen den Willen der linksgerichteten Regierung, die die Abstimmung als diskriminierend ablehnte.

"Traurig und sinnlos"

Regierungschef Zoran Milanovic sagte nach seiner Stimmabgabe: "Ich hoffe, dies ist das letzte Referendum über Themen, die den persönlichen Bereich der Familien betreffen, in den niemand eindringen sollte." Die Abstimmung sei "traurig und sinnlos". Die Regierung hatte bereits einen Gesetzentwurf zur Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in der Tasche. Dieser wurde mit der Abstimmung nun verhindert.

Schüren von Homophobie

Volker Beck, Grüne, übt scharfe Kritik am Verhalten katholischen Kirche beim Referendum in Kroatien. Der Vatikan müsse dem Schüren von Homophobie durch solche Kampagnen wie in Kroatien Einhalt gebieten, sagte Beck. Die Äußerungen der kroatischen Bischöfe, die ihre Gläubigen dazu aufgerufen hatten, gegen die Homo-Ehe zu stimmen, "passen auch so gar nicht zu den neuen Tönen die Papst Franziskus zum Thema Homosexualität", so Beck weiter.

Kommentare
Kommentare werden geladen
dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!
Weitere Quellen: n-tv.de , ave/AFP, Wikimedia CC0 1.0