Lachendes und weinendes Auge

Redaktion Von Redaktion

Der Wahl-Dienstag brachte die Hoffnung auf mehr Homo-Rechte in den USA. Beschränkungen für Schwule und Lesben könnten endlich aufgehoben werden. Zugleich fielen die Volksabstimmungen in Kalifornien, Florida und Arizona gegen die Homo-Ehe aus.

Als historisch wird der Sieg von Barack Obama auf allen Kanälen bezeichnet. Für die LGBT-Rechte, also die von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern, in den USA könnten die neuen politischen Verhältnisse wirklich eine deutliche Verbesserung bringen. Denn Obamas Partei, die Demokraten, haben zugleich eine Mehrheit in beiden Kammern des US-Parlaments erhalten. Am Dienstag aber haben die Wähler in Kalifornien, Florida und Arizona auch gleiche Ehe-Rechte für Schwule und Lesben abgelehnt.

52 Prozent der kalifornischen Wähler haben dafür gestimmt, dass die Ehe zukünftig nur noch zwischen einer Frau und einem Mann möglich sein soll. Im Vorfeld hatten sich sowohl Gouverneur Arnold Schwarzenegger als auch viele Prominente wie Brad Pitt und Steven Spielberg für den Erhalt der Homo-Ehe eingesetzt. Unter den Befürwortern der Homo-Ehe herrschte nach der Abstimmung herbe Enttäuschung.

Erst im Mai hatte das Oberste Gericht von Kalifornien die Beschränkung der Ehe auf Hetero-Paare aufgehoben und somit echte Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren möglich gemacht. 36.000 Homosexuelle haben daraufhin geheiratet. Weil man ihnen jetzt schlecht die Ehe wieder aberkennen kann, wird es wohl einen langen Streit vor den Gerichten geben. Am Ende werden Richter entscheiden, ob das Ergebnis der Abstimmung gültig ist.

In Florida und Arizona stimmten ebenfalls die Mehrheiten für ein Ehe-Verbot für Homosexuelle. Allerdings haben auch vorher schon die Gesetze beider Staaten Mann-Mann- und Frau-Frau-Verbindungen untersagt. In Arkansas, dem Heimatstaat von Ex-Präsident Bill Clinton, wurde schwulen und lesbischen Paaren die Adoption von Kindern per Volksabstimmung verboten.

Hoffnung auf mehr LGBT-Rechte

Die Homo-Rechte-Initiative Human Rights Campaign freut sich aber darüber, dass die Demokraten nun die Mehrheit im US-Parlament stellen. Im neu zusammengesetzten Kongress will die Organisation Lobbyarbeit für vier Gesetzesvorhaben betreiben, die die LGBT-Rechte stärken sollen. Der Matthew Shepard Hate Crime Act soll dafür sorgen, dass Hassgewalt gegen Homo-, Bi- und Transsexuelle bestraft wird. Der Name des Gesetzesvorschlags erinnert an Matthew Shepard, einen 21-jährigen Schwulen, der vor zehn Jahren ermordet wurde.

Der offen schwule Abgeordnete Barney Frank setzt sich für ein Gesetz gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz ein. Neben Frank schafften mit Tammy Baldwin und Jared Polis zwei weitere geoutete Homosexuelle den Einzug ins Repräsentantenhaus, der größeren der beiden Parlamentskammern.

Schwulenaktivisten wollen außerdem den "Dont Ask, Dont Tell"-Grundsatz der US-Armee abschaffen. Dont Ask, Dont Tell bedeutet, dass in der Armee über Homosexualität nicht gesprochen werden darf. Kommt aber doch heraus, dass jemand schwul ist, so wird er entlassen. Seit der Einführung des Grundsatzes vor 15 Jahren wurden über 12.000 Soldaten ausgeschlossen.

Homo-Aktivisten machen sich jetzt auch wieder Hoffnung, dass der Defense Of Marriage Act abgeschafft werden könnte. Das Gesetz, das unter Präsident George W. Bush erlassen wurde, verbietet, dass die US-Regierung jegliche homosexuelle Partnerschaft anerkennt. Wegen dieses Gesetzes gelten die Homo-Ehen, die derzeit noch im kleinen US-Staat Massachusetts geschlossen werden können, nicht in den gesamten Vereinigten Staaten. Ab dem 12. November gibt es die Homo-Ehe auch noch in Connecticut. Das hat dort kürzlich ein Gericht entschieden.

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Weitere Quellen: www.welt.de, www.queer.de, www.365gay.com, www.ggg.at, www.barackobama.com