Lernen andersrum?

Redaktion Von Redaktion

In Chicago wird eine Schule für schwule Jugendliche geplant. Was sichals löbliches Projekt tarnt, ist in Wirklichkeit eine Kapitulation vorder wachsenden Intoleranz der amerikanischen Bürger.

Die Tat sorgte auch in Europa für Aufsehen: Weil ein 15-jähriger schwuler Schüler in Amerika seiner großen Liebe am Valentinstag ein Liebesgeständnis machte, wurde er erschossen. Dieser Mord ist ein besonders tragischer Fall in einer langen Reihe von Gewaltverbrechen gegen schwule Jugendliche in den Vereinigten Staaten. Die Zahl so genannter „hate crimes“ nimmt stetig zu. Die Schulverwaltung von Chicago hat deshalb nun die Notbremse gezogen. Sie plant eine Schule speziell für homosexuelle Schülerinnen und Schüler.

Was sich auf den ersten Blick als ein löbliches Projekt homosexueller Emanzipation tarnt, ist in Wirklichkeit nichts anderes als die Kapitulation der Behörden vor der Intoleranz der amerikanischen Bevölkerung.

Anstatt diese Taten durch Anti-Gewalt-Programme oder Aufklärungsarbeit zu unterbinden, quartiert man schwule und lesbische Schüler einfach aus. Ganz nach dem Motto: Gebt den Rowdys nichts, was sie aufregen könnte, dann haben wir endlich unsere Ruhe!

Damit geben die Behörden nicht nur denen Recht, deren Untaten bestraft und deren Intoleranz bekämpft gehören. Hier kapituliert eine Stadt vor der Aufgabe, eine Minderheit in die Gesellschaft zu integrieren.

Die Schwulenbewegung, ohnehin keine sonderlich integrative Veranstaltung, freut sich. Wieder ein Ort mehr, an dem Schwule fröhlich allen anderen den Schwarzen Peter zuschieben können. Ein Ort, an dem sie sich weinend als Opfer der großen homophoben Weltverschwörung betrachten und auf die gewalttätigen heterosexuellen Proleten schimpfen können. Die perfekte Vorbereitung auf ein Leben als - sagen wir mal: Frisör - in, wie wäre es mit: San Francisco. Irgendwo zwischen schwulem Buchladen, schwulem Supermarkt und schwulem Urologen.

Die Jungs, die künftig in der schwulen Schule unterrichtet werden, werden nicht genügend auf das Leben vorbereitet. Sie werden in einem schwulen Umfeld unterrichtet. Lernen sie also schwul rechnen, schwul lesen, schwul Chemikalien vermischen und schwul Fußball spielen? Vielleicht nicht, trotzdem ist der Nutzwert einer Homo-Schule für ihr Leben: Null.

Denn die Schule soll auf das Leben vorbereiten. Und das Leben besteht eben auch aus der Aufgabe, mit seinen Mitmenschen zurecht zu kommen. Und diese Mitmenschen sind nun einmal zu etwa 90 Prozent heterosexuell. Daran kann und wird auch eine schwule Schule nichts ändern.


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