"Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde" - das hat irgendein klugerKopf mal geschrieben. Großartig. Was für Briefe so bei christophherumfliegen, verrät er dir hier...

Ach, Matthias.

Die liebe Werbung. Was wären wir ohne sie? Was sind wir mitihr? Kann man sich eine Welt ohne Werbung vorstellen? Filme ohneWerbeunterbrechung im Fernsehen. Zeitschriften ohne Autoreklame. Keine Plakate.Keine bunten Aufschriften an Omnibussen. Kinovergnügen ohne Eis-Werbespot. Istdas nun traumhaft oder langweilig? Ich bin unschlüssig. Würden wir dann ganzandere Dinge konsumieren? Und wie hoch wären wohl die Rundfunkgebühren?

Egal.

Liest du gerne? Ich lese sehr gerne. Bei mir wechseln sichimmer zwei Zustände gegenseitig ab: entweder ich lese ganz viel oder ich lesegar nicht. Das sind so Phasen. In der einen Phase lese ich ein Buch nach demanderen. In der anderen schaffe ich kaum mal ein Kapitel. Das istgewöhnungsbedürftig, aber man kommt damit zurecht.

Ich glaube, gerade hat Phase Zwei begonnen. Ich habe michhingelegt, mir ein Buch geschnappt, zu lesen begonnen und nach 15 Seiten habeich es wieder weggelegt. Das Buch hat mir gefallen, es war voller Wortwitz undinteressant, aber irgendwie fehlt mir die nötige Muße. Mal sehen, wie lange diePhase diesmal anhält.

Aber getreu dem Phasenmodell hatte ich vorher natürlichLese-Hochsaison. Ich habe einen langatmigen (und das ist nicht unbedingtnegativ gemeint) Kriminalroman von Martha Grimes gelesen, einen Roman über einJugeninternat, eine Geschichte über eine Wanze, die im Garten Detektiv spielt,"Mittsommermord" aus Henning Mankells Wallander-Reihe, dann die Fortsetzung desWanzenkrimis und zu guter Letzt noch einen Band aus der eben erwähntenWallander-Reihe.

Wenn ich einen Blick Richtung Regalbrett über meinem Bettwerfe, lächeln mich noch einige Bücher an, die gelesen werden wollen. Die Mitteder Welt, Per Anhalter durch die Galaxis, Gorki Park, Wassermusik und manchesmehr. Die meisten davon habe ich schon angefangen, aber dann aus Unmußigkeitwieder weggelegt. Ein furchtbar unbefriedigendes Gefühl, einen Haufenangefangener Bücher über sich zu wissen, wenn man schläft.

Was aber auch geht, wenn man nicht lesen möchte, sind Hörbücher.Ich liebe Hörbücher. Manchmal sind es gekürzte Lesungen, manchmal kompletteFassungen. Es gibt Romane, Kurzgeschichten, Sachbücher, Gedichte alle alsAudioerlebnis. Mal liest der Autor selbst, mal jemand anders (gerne auchSynchronsprecher). Ich stehe ja ganz besonders auf Franziska Pigulla. Das istdie, die Agent Scully ihre Stimme leiht.

Neulich habe ich, als ich noch 5 Minuten Zeit hatte, bevorich mich mit jemandem verabredet hatte, ein Hörbuch von Sibylle Berg gekauft.Sie liest dort Auszüge aus ihrem Werk "Gold". Und es ist einfach herrlich. Ichwerde es dir bei Gelegenheit ausleihen. Das muss man einfach gehört haben. Undder Spaß hat nur 2 Euro 95 gekostet.

Ich werde jetzt gleich die Lichter ausmachen, dieStereoanlage anmachen und mich ins Bett legen. Und dann lausche ich Frau BergsStimme, bis ich einschlafe. Unter dem Bücherhaufen, der gelesen werden will.

Gute Nacht.


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