Liebe auf portugiesisch

Redaktion Von Redaktion

In Zukunft sollen homosexuelle Paare auch im katholisch geprägtenPortugal eine Ehe schließen können. Am vergangenen Freitag beschloss dasportugiesische Parlament in erster Lesung mehrheitlich einenGesetzentwurf dazu.

(dbna.de / focus.de) In Zukunft sollen homosexuelle Paare auch im katholisch geprägten Portugal eine Ehe schließen können. Am vergangenen Freitag beschloss das portugiesische Parlament in erster Lesung mehrheitlich einen Gesetzentwurf dazu. Ministerpräsident José Sócrates und seine sozialistische Regierung hatten im Vorfeld nachhaltig dafür gekämpft und setzen nun damit auch ein Wahlversprechen aus dem Wahlkampf des Sommers 2009 um. Allerdings soll an dem Entwurf in den Ausschüssen noch weiter gearbeitet und er verfeinert werden, bevor er endgültig in der Schlussabstimmung in Gesetzesform gegossen wird.

In der dreistündigen Parlamentsdebatte verteidigte Sócrates das Recht der Homosexuellen auf Eheschließung im Namen von "Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit und Humanismus" und stellte sich auf die Seite des Humanismus: "Die Eigenheit des Humanisten ist es, dass er sich durch die Herabsetzung eines anderen herabgesetzt fühlt, dass er sich durch den Ausschluss des anderen ausgeschlossen fühlt, dass er seine Freiheit durch Freiheitsentzug für einen anderen eingeschränkt sieht."

Zudem will der Regierungschef mit diesem Gesetz das Unrecht, das Homosexuellen über Jahrzahnte widerfahren ist, ausgleichen noch bis 1982 behandelte man Homosexualität in Portugal als Straftat.

Gescheitert war allerdings die Eingabe von Grünen und Linken für ein Adoptionsrecht für Homosexuelle. Dieser Entwurf fand keine Mehrheit, worauf Helena Pinto eine Abgeordnete des Linksblock diese Ablehnung als fortgeführte Diskriminierung von Schwulen und Lesben brandmarkte. Sie wären so weiterhin Bürger zweiter Klasse. Regierungschef Sócrates warf dagegen ein, dass im Falle der Adoption nicht Rechte eines Paares, sondern die Rechte eines Kindes betroffen seien.

Beide Entwürfe waren von der konservativen Opposition abgelehnt worden, ohne dass sie jedoch insgesamt für große Aufregung gesorgt hätten. Die portugiesischen Vertreter der katholischen Kirche hielten sich wie angekündigt aus der gesamten Gesetzgebungsdebatte heraus.

dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!
Weitere Quellen: focus.de, Fotolia.de - Engel