Lieber flirten statt rauchen

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer

Schwule Jugendliche rauchen viel öfter als heterosexuelle. Dagegen will eine neue US-Kampagne etwas tun. Sie warnt mit Drag Queens und schwulen Flirt-Szenen vor dem Rauchen.

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat eine neue Kampagne vorgestellt. Die staatliche Behörde gibt insgesamt 35 Millionen Dollar aus, um vor allem LGBTIQ*-Jugendliche vor dem Rauchen zu warnen. Das Geld stammt komplett aus Tabaktsteuern.

Denn immer wieder zeigen Studien, dass nicht-heterosexuelle Teenager und junge Erwachsene viel öfter rauchen. Bis zu doppelt so viele LGBTIQ*-Jugendliche sind süchtig nach Nikotin und kommen nicht von den Zigaretten los. Von den zwei Millionen queeren Jugendlichen in den USA rauchen etwa 800.000 mindestens gelegentlich.

Die Kampagne mit dem Titel "This Free Life" will sie vor den Gefahren des Rauchens warnen und sie dazu zum Aufhören motivieren. Denn auch wer nur bei Partys zur Zigarette greift, gefährdet seine Gesundheit.

Rauchen hilft gegen Coming-out-Stress

In den Videos und Social-Media-Kanälen von "This Free Life" wird eine vielfältige Szene abgebildet. Neben Flirtszenen im Schwulenclub ("Ich habe mit dem Rauchen aufgehört, weil ich den Gestank nicht mochte") sind auch DragQueens aus "Ru Paul's Drag Race" mit dabei: "Ich bin für viele Dinge bekannt, aber nicht für faltige Haut, gelbe Fingernägel, stinkende Haare oder ein kaputtes Lächeln", sagen sie.

Dass LGBTIQ*-Jugendliche öfter rauchen, hat vielfältige Gründe. Erstens werde gezielt Werbung in der Szene geschaltet. Außerdem verbringen Studien zufolge sexuelle Minderheiten mehr Zeit an Orten, an denen viel geraucht wird, etwa Bars oder Clubs. Und, womöglich der wichtigste Faktor für Jugendliche: Rauchen hilft gegen Stress bei Diskriminierungen oder vor dem Coming-out.

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Weitere Quellen: Screenshot YouTube/This Free Life