Mal Feuer?

Redaktion Von Redaktion

Eines ist wohl unbestritten: Rauchen hat in gewisser Weise einen ziemlich hohen Flirtfaktor. Nicht etwa, weil jemand mit einem Glimmstängel zwischen den Lippen besonders sexy aussieht, es geht vielmehr um das "Anmachen".

Eines ist wohl unbestritten: Rauchen hat in gewisser Weise einen ziemlich hohen Flirtfaktor. Nicht etwa, weil jemand mit einem Glimmstängel zwischen den Lippen besonders sexy aussieht, es geht vielmehr um das "Anmachen". Ein süßer Typ kommt auf dich als Nichtraucher zu und fragt: "Hast du mal Feuer?" Und hast du keines, geht er zum nächsten. Das muss doch nicht sein.

Aber es sind noch andere Tatsachen unbestritten (daher sind es ja auch Tatsachen). Rauchen ist gesundheitsschädlich. Und Rauchen ist teuer. Das beides hält die meisten aber nicht davon ab, mehrmals täglich zur Zigarette zu greifen.

Ich muss zugeben, ich habe noch nie geraucht. Auch nicht irgendwann mal probiert. Muss auch nicht sein. Und wenn ich mir schon durch so was meine Lungen zukleistere, dann will ich auch was vom Rauchen haben. Dann sollte es schon etwas mehr sein als Zigarettenqualm. Ihr wisst schon.

Warum rauchen die Menschen? Oder besser: Warum haben sie irgendwann einmal angefangen zu rauchen? Denn Rauchen ist eine Sucht, und davon loszukommen, wenn man einmal knietief in ihr steckt, ist wohl nicht ganz einfach. Pflaster, Kaugummis, Hypnose. Und viele fangen dann irgendwann doch wieder an.

Also, die erste Zigarette, wo raucht man die? Alleine im "Kinderzimmer", wenn Mama und Papa gerade nicht da sind? Auf dem Schulhof in der Pause? Auf einer Party, bei der man von dem netten Typen eine angeboten bekommt? Und was bewegt einen dann, eine zweite und eine dritte zu rauchen? Schmeckt das vielleicht gut? Kann ich mir kaum vorstellen.

Und ehe man sich versieht, ist man süchtig. Man wird nervös, sobald man die vorletzte "Zarette" aus der Schachtel schnippst und kein Zigarettenautomat in Sichtweite ist. Man versucht von jedem Tag aufs Neue, heute mal ein bisschen weniger zu rauchen. Und wenn man dann weniger geraucht hat, dann kommt irgendein rauchender Vollidiot und fragt scheinheilig: "Rauchste eine mit?"

Ist es mit jemandem hier so weit wie mit dem Krebskandidaten aus "Akte X"? Sobald die eine Zigarette sich dem Ende nähert, wird schon die nächste hervorgekramt? Wenn man nicht gerade den Mund für andere Dinge gebrauchen muss, befindet sich das Ende einer Zigarette in ihm. Traurig, traurig, traurig.

Und wie schmeckt der Kuss eines Rauchers? Zwischen Zähneputzen und Rauchen wohl in etwa wie jeder andere auch, aber direkt nach dem Zigaretten- Genuss kann man seine feuchten Lippen auch gleich in ein Häufchen Asche pressen und mit der Zungenspitze die Teer- und Nikotin-Reste durchforsten. Hmm, lecker.

Einen Vorteil hat die rauchende Bevölkerung jedoch. Die kommen nicht in die Verlegenheit, nach dem Sex zu fragen: "Und was jetzt?" Wir Nichtraucher sind in dieser Hinsicht ja doch ziemlich festgelegt: aufstehen und duschen, weiterkuscheln oder einfach ganz von vorne anfangen.

Es gäbe noch eine ganze Menge zu diesem Thema zu sagen, an dem sich die Gemüter gerne einmal aufheizen. Rauchen an öffentlichen Plätzen, Tabaksteuer, Zigarettenwerbung, Gesundheitsrisiko. Aber der Herr Kolumnist muss jetzt erst was frühstücken, daher verschieben wir diese Diskussion auf ein anderes Mal.

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