"Man kann schwul sein und es bis in die Nationalmannschaft schaffen"

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
"Man kann schwul sein und es bis in die Nationalmannschaft schaffen"
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Vor einem Jahr hat sich Thomas Hitzlsperger geoutet. Bei Stern TV hat er über sein Leben als schwuler Ex-Fußballprofi, seine Erfahrungen in der Szene und seine erste Beziehung gesprochen.

Fußball galt als schwulenfreier Sport. Hart, stark, männlich da haben gängige Schwulenklischees keinen Platz. 51 Jahre Bundesliga, etwa 5500 Spieler. Es war unmöglich, dass die alle heterosexuell sind. Anfang des letzten Jahres traute sich dann Thomas Hitzlsperger als erster deutscher Fußballprofi, zu seiner Homosexualität zu stehen.

"Es gibt Leute, die mir ernsthaft gesagt haben, Schwule können nicht Fußball spielen", so Hitzlsperger. "Und das war mir wichtig, dass die Leute sehen und merken: Man kann schwul sein und es bis in die Nationalmannschaft schaffen."

"Es kamen ein paar tausend Mails", erzählt der 32-Jährige in der Stern TV-Sendung vom 14. Januar. "Da war alles dabei: persönliche Geschichten, Leute, die mir gedankt haben, dass ich darüber gesprochen habe, Leute, die sagen, sie trauen sich nicht, sie haben nicht den Mut, den ich aufgebracht habe." 

Doch auch Hitzlsperger hat sich erst nach seiner Fußball-Karriere geoutet. Schon als Spieler beim VfL Wolfsburg habe er überlegt, sich zu outen. Seine Berater haben ihn aber davon abgebracht. Sie meinten, "dass eine Riesenwelle lostritt, die man nicht aushält und unter der man zusammenbricht."

"Nicht die große Veränderung, die sich viele Leute erhofft haben"

Er zögerte lange, sich zu outen, denn es habe ihm an Vorbildern gefehlt. "Jetzt kann ich besser darüber reden und sagen: Die Leute sind nett zu mir, mir geht's gut. Und ich merke, dass es gar keine so großen Vorurteile gibt.", sagte er in der RTL-Sendung. Trotzdem habe sich ihm kein ehemaliger Kollege anvertraut: "Es ist nicht die große Veränderung, die sich viele Leute erhofft haben."

Der wegen seines harten Schusses "Hitz the Hammer" genannte Ex-Profi sprach auch über seine Erfahrungen in der schwulen Szene. Die machte er in San Francisco:  "Das schwule Leben in einer Stadt wie San Francisco ist eine viel größere Selbstverständlichkeit, als ich bisher in Deutschland erlebt habe. Ich habe die Zeit genossen und dann auch jemanden kennengelernt", sagte er im Gespräch mit Moderator Steffen Hallaschka.

Das war seine erste schwule Beziehung von seiner Freundin trennte er sich 2007 kurz vor der Hochzeit. Er und sein Freund wohnten auch zusammen in Liverpool, wo er damals spielte. "Ich hab noch ein Jahr für den FC Everton gespielt und lebte in einer Beziehung, das war eine schöne Erfahrung."

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Weitere Quellen: Stern TV, dictum media