Maxdome: Verwirrung um Queer-Rubrik

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Maxdome: Verwirrung um Queer-Rubrik
Screenshot web.archiv.com

Deutschlands größte Online-Videothek hatte lange eine große Auswahl an queeren Spielfilmen. Die Kategorie ist gelöscht, die Kritik kam prompt. Ein gekündigter Filmvertreiber gibt Familienfreundlichkeit als Grund an, Maxdome widerspricht.

Maxdome war lange Zeit die einzige große deutsche Online-Videothek, die eine eigene Kategorie für queere Filme hatte. Der Video-on-Demand-Dienst hat damit sogar in Szenemagazinen geworben. Doch damit war am 1. April Schluss: Maxdome löschte über 450 queere Filme. Unter dem Stichwort "queer" finden sich noch ganze elf Filme.

Das war lange niemandem aufgefallen. Erst das Magazin "blu" hat darüber berichtet. Die meisten Filme stammten von den Verleihern Pro-Fun und Salzgeber, beide sind auf schwullesbische Medien spezialisiert. Der Pro-Fun-Geschäftsführer Axel Schmidt sagte in der "blu", Maxdome habe den Vertrag vorzeitig zum 1. April gekündigt. Die Begründung laut Schmidt: Maxdome wolle "sein Programm mehr oder ausschließlich auf Familien ausrichten."

Behauptungen "sind absolut inakzeptabel"

Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Auf Facebook kündigten einige Nutzer an, ihr Abo deshalb zu kündigen. Dem Dienst wurde ein diskriminierendes Familienbild vorgeworfen.

Maxdome, das zu ProSieben-Sat1 gehört, reagierte in einem Blogeintrag schnell: "Dieser Vorwurf entbehrt jeder Grundlage! Die Behauptungen sind für uns absolut inakzeptabel."

Fans werden die 450 queeren Filme vermissen

Der Grund, die vielen queeren Filme zu löschen, sei einzig eine wirtschaftliche Entscheidung gewesen. Schwullesbische Klassiker wie "Brokeback Mountain" oder "Prayers for Bobby" finden sich weiterhin im Angebot. "Diese Titel sind nun nicht mehr unter einer gesonderten Kategorie gelistet, sondern ihrem jeweiligen Genre zugeordnet."

So versucht Maxdome aus der Kritik sogar noch etwas Gutes zu ziehen: "Eine Komödie ist und bleibt eine Komödie ganz unabhängig von der Sexualität der Hauptdarsteller", erklärt die Online-Videothek. Damit hat Maxdome zwar Recht, doch die vielen Filme mit queerem Inhalt werden die Fans dennoch vermissen. 

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