"Frauen vertragen keinen Alkohol" - so lautet ein gängiges Klischee, das medizinisch auch in einem gewissen Maß stimmt: der weibliche Organismus zeigt schon nach geringeren Mengen deutliche Anzeichen eines Rausches und es entstehen  auch schneller körperliche Folgeschäden wie Leberzirrhose und Herzprobleme. Eine neue Studie legt jetzt aber die Vermutung nahe, dass Frauen beim Genuß von Alkohol weniger an Ermüdungserscheinungen leiden, als ihre männlichen "Mittrinker".

Ein Team um Young May Cha von der Duke University in Durham (US-Bundesstaat North Carolina) hat bei Versuchen mit Ratten, die einen ähnlichen hormonellen Zyklus wie der Mensch besitzen, festgestellt, dass der "dämpfende Effekt" des Alkohols bei den weiblichen Ratten eine wesentlich geringere Wirkung zeigte, als bei den Männchen. Die Nervenzellen der Weibchen wurden von der Droge weniger beeinflußt.

Im Fachblatt "Alcoholism: Clinical & Experimental Research" (Bd. 30, Nr. 1) schreiben die Wissenschaftler, dass die geringere Empfindlichkeit auf Alkohol bei den Weibchen auch stark von der Phase des Zyklus abhing. Bei nicht geschlechtsreifen Ratten konnte kein Unterschied in der Wirkung des Alkohols festgestellt werden, was die Forscher zu dem Schluss bringt, dass die anderen Reaktionen des weiblichen Körpers mehr davon abhängig sind, dass Frauen im Schnitt kleiner als Männer sind und durch das geringere Körpergewicht im Verhältnis mehr Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht aufgenommen werde.

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Weitere Quellen: Spiegel ONLINE