München: 18-Jähriger nach CSD angegriffen

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
München: 18-Jähriger nach CSD angegriffen
Facebook/Marcel Rohrlack

Eine traurige Nachricht überschattete den Münchner Christopher Street Day: Der 18-jährige Marcel wurde am Samstagabend auf dem Heimweg angepöbelt und geschlagen. Er und sein Freund waren als Drag verkleidet.

Eine homophobe Gewalttat überschattete den Münchner CSD: Der 18-jährige Marcel und sein 28-jähriger Freund Alexander wurden am Samstagabend auf dem Nachhauseweg angepöbelt und verfolgt. Marcel wurde schließlich geschlagen.

Die beiden nahmen am Samstag an der Parade und am anschließenden Straßenfest teil. Dann wollten sie, immer noch als Dragqueens verkleidet, nach Hause gehen. Gegen 19 Uhr trafen sie am Ostbahnhof auf eine Gruppe etwa 20-jähriger Männer. Das Paar wurde beleidigt. Als Alexander dann einen Schlüssel herausholte und zum Hauseingang ging, schlug einer der Männer Marcel ins Gesicht. Der trug eine Sonnenbrille und erlitt deshalb eine Schnittverletzung, die im Krankenhaus genäht werden musste.

Foto öffentlich auf Facebook gepostet

Sein Freund habe dann noch versucht, die Angreifer zu verfolgen. Währenddessen alarmierte er die Polizei, wurde aber von der Gruppe bedroht. Die Männer flohen in einen nahen Park. Die eintreffenden Beamten konnten die Täter nicht finden. 

Am Sonntagnachmittag machte Marcel, Sprecher der Grünen Jugend München, die Tat auf Facebook öffentlich: "Ich hab die Parade gestern sehr genossen und viel Zuspruch für mein Outfit erhalten. Leider sah das nicht jeder so: Auf dem Nachhauseweg sind mein Freund und ich am Ostbahnhof von einer Gruppe angepöbelt und verfolgt worden. Mir wurde mit der Faust aufs Auge geschlagen (ich trug Sonnenbrille), sodass ich im Krankenhaus genäht werden musste. Danke, Alexander, dass du unter eigenem Risiko versucht hast, sie zu verfolgen und für mich da warst. Und auch Danke an all die hilfsbereiten Menschen drum herum, die mich erstversorgt und den Sanka gerufen haben."

Der bewusst öffentliche Post endet mit den Worten "Aber wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen. Be proud!" Innerhalb von 24 Stunden wurde das Foto über 800 mal geteilt und erhielt über 3300 Gefällt-mir-Angaben. Am Münchner CSD-Wochenende nahmen laut Polizei rund 9.500 Menschen teil und zählte über 95.000 Besucher. Er stand unter dem Motto "Familie ist, was wir draus machen!".

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Weitere Quellen: Facebook/Marcel Rohrlack