Musik ist Trumpf

Redaktion Von Redaktion

Musik war nicht wirklich Christophs Lieblingsfach - nicht dass er sichselbst als unmusikalisch bezeichnen würde, aber da er nie in Instrumentgelernt hat war Notenlesen nicht seine Paradedisziplin. Darum sinniertChristoph ein wenig über die Welt der Töne.

Lieber Matthias,

gerade eben habe ich noch einmal deinen letzten Brief an mich gelesen.Das mit dem Besuch in Hamburg hat sich ja nun wohl mangels Zeiterledigt, aber gut, ich will mal nicht so sein. Ich hoffe eben auf einbaldiges Treffen in oder rund um München.

Ich möchte dir heute mal ein paar Zeilen zum Thema Musik schreiben.Musik geht uns schließlich irgendwie alle an. Musikunterricht in derSchule war immer furchtbar. Notenlesen, ob im Violin- oder imBassschlüssel, war nie meine Stärke. Und wie viele Kreuze muss ichmachen, um in F-Dur zu schreiben? Keine Ahnung. Dementsprechend magerfielen dann auch meist meine Zensuren aus.

Ich kann leider kein Instrument spielen. Wie bewundere ich dochMenschen, die sich "mal eben" ans Klavier setzen oder "mal eben" zurGitarre greifen, um dann eine hübsche Melodie zu spielen. Ich bin jetzt23 Jahre alt und fühle mich jetzt schon zu alt, noch mit dem Erlerneneines Instruments anzufangen. Ist das dämlich?
Singen kann ich auch nicht. Ja, früher, vor dem Stimmbruch, da war ichin einem kleinen Schulchor, wo wir lustige Lieder mit Spinnen, die inBadewannen sitzen, gesungen haben, da hörte ich mich noch ganz okay an.Heute jedoch, gute zehn Jahre später, kann ich keinen Ton mehr halten.Das hält mich jedoch nicht davon ab, gute Lieder laut mitzusingen, wennich alleine bin. Beim Autofahren. Oder wenn ich abspüle.

Was haben wir bisher gelernt? Ich bin also gänzlich unmusikalisch.Musiktheorie geht mir sonstwo vorbei. Und die Praxis scheitert anmangelnden Fähigkeiten, stimmlich und instrumentell. Nun liegt mir dieMusik aber dennoch sehr am Herzen. Sie begleitet mich ja nun auch vonKindesbeinen an. Eigentlich lief in meinen jungen Jahren immer irgendwoein Kassettenrecorder oder ein Radio. Und manchmal hat mir meine Mamazum Einschlafen was vorgesungen.

Meine Liederauswahl hat im Laufe meines bisherigen Lebens natürlich somanche Wandlung vollzogen. Früher wurde natürlich die Kinderhitparadegehört. Das waren einigermaßen aktuelle Hits, die dann mit neuem Textversehen und von Kindern gesungen wurden. So wurde dann aus "In theArmy Now" einfach mal "Hier kommt der Schulzahnarzt". Großartig. Ganzfamos.

Wie das nun mal so ist, man wird älter, größer und hört dann irgendwannauch was anderes. Meine Pubertät und die Dancefloor-Ära haben sich inweiten Teilen überschnitten. So wurde also Stimmbruch, Hormonumstellungund Bartwuchs begleitet von "No Limit", "Sing Hallelujah" und "Mr.Vain", von 2Unlimited und Culture Beat. Diese Dancefloor-Gruppenbestanden zumeist aus zwei Personen, einem Mann und einer Frau. DieFrau war für die Melodie und den Refrain zuständig. Und der Mann hat anpassender oder unpassender Stelle plötzlich angefangen, möglichstwirres Zeug daher zu rappen. Coolness ist alles.
Heute wurden die meisten Scheiben aus meiner Pubertät schon mindestensfünfmal wieder gecovert. Besser wurden sie dadurch nicht. Eine schnelleBasedrum macht eben aus einem schlechten Titel keinen Megahit. Ichblicke mit einem lächelnden und einem weinenden Auge auf meine Pubertätzurück. Und heute höre ich wieder ganz andere Musik.
Wenn mich jemand fragt, was ich denn so höre, dann antworte ich immer:"Querbeet." Das trifft es irgendwie am besten. Ich habe keine Lust,mich auf eine der unzähligen Spielarten der Musik eingrenzen zu lassen.Ich suche mir lieber aus dem weiten Spektrum all das heraus, was ichgut finde. Das kann Jazz sein oder Blues oder Techno oder Pop oderKlassik oder Gothic oder Punk oder Rock. Ganz egal.

Was für Musik hörst du denn gerne, Matthias? Und wieso hast du mir noch nie was auf dem hauseigenen Klavier vorgespielt?

Ich freue mich auf deine Antwort. Und ansonsten bleibt mir nur noch zu sagen:

Musik ist Trumpf.

Auch für Christoph.


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