Nationalelf gegen Homophobie

Redaktion Von Redaktion

Schwule und Fußball? Das ist immer noch das große Tabu-Thema inStadien. Nun hat der DFB das WM-Qualifikationsspiel Deutschland - Finnland unter das Motto"Gegen Homophobie im Fußball gestellt".

(dbna.de / rp-online.de) Fanvertreter und Experten trafen vor dem Spiel mit DFB-Präsident Theo Zwanziger sowie DFB- Sicherheitsbeauftragter Helmut Spahn im Mannschaftshotel der Deutschen Nationalelf zusammen und unterzeichneten die gemeinsame Erklärung "Gegen Diskriminierung im Fußball". Dirk Brüllau, Sprecher der "Queer Football Fanclubs" (QFF) macht sich dabei aber nichts vor, denn der Hass auf Homosexuelle wird damit nicht gleich im Anschluss an diese Gesprächsrunde aus den Köpfen verschwinden. Dennoch erwartet er, dass sich damit die positiven Entwicklungen der letzten Zeit fortsetzen werden. Immerhin ist dieser Austausch auch einer der ersten auf diesem Niveau.

Auf Schalke neuer queerer Fanclub

Aktuell steigt die Anzahl an schwul-lesbischen Fanclubs weiter an. So wurde erst am letzten Donnerstag auf Schalke ein neuer queerer Fanclub ins Leben gerufen. Das ergibt nun 19 Vereinigungen mit zusammen 700 Fans, die sich im QFF zusammengeschlossen haben. In Zusammenarbeit mit der Nationalmannschaft will man die Offenheit und Öffentlichkeit, für die diese engagierten Fans sorgen, noch weiter ausbauen.

"Es geht uns nicht gleich darum, dass sich Fußballspieler outen", erläutert Brüllau die Zielsetzung seiner Organisation. Seinen Schwerpunkt legt er mehr auf die Fanseite. So sollen sich schwule und lesbische Paare endlich offen im Stadion zeigen und küssen können. Fortschritte habe man beispielsweise bereits in Mainz oder St. Pauli erzielt, wo dies inzwischen größtenteils möglich sei, so Brüllau. Aber die Vorurteile seien bei den meisten Fußballfans viel zu tief verankert.

"Schwul" ist Synonym für alles Schlechte im Stadion

"Schwul" ist für einige Fans nur ein Synonym für "doof" oder andere negative Adjektive. Ein Spieler, der den Ball verliert oder dann beim Schießen nicht richtig trifft, ist eine "Schwuchtel". Homophobe Sprüche im Stadion? Absoluter Alltag, gilt doch das Stadtion als Bastion der Männlichkeit. Weil Brüllau das selbst nicht mehr ausgehalten hat, ist er sogar selbst über Jahre hinweg nicht mehr zu den Spielen seines Vereins, des FC St. Pauli, der sonst eigentlich als sehr aufgeklärt gilt.

Nun soll mit den Aktionen der  Queer Football Fanclubs und des DFB vermehrt über die Homophobie im Stadion aufgeklärt werden. Die Ziele sind hochgesteckt: Bewusstein für diese Beleidigung soll geschaffen und Zivilcourage im Fußball gefördert werden.

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Weitere Quellen: rp-online.de, iStockPhoto.com