Nationalratswahl 2008 in Österreich

Redaktion Von Redaktion

Die endgültigen Ergebnisse der Nationalratswahl 2008 sind da. Eine Große Koalition von SPÖ und ÖVP die einzige rechnerisch möglicheZweierkoalition. SPÖ und FPÖ schaffen es gemeinsam nur auf 91Nationalratssitze, verpassen also um genau ein Mandat die absoluteMehrheit der 183 Abgeordneten.

Die endgültigen Ergebnisse der Nationalratswahl 2008 sind da. Mittlerweile wurden auch die Stimmen der etwa 460.000 Wahlkarten-Wähler und -Wählerinnen ausgezählt. Wie erwartet haben sie die Sitzverteilung im Parlament noch leicht verschoben. So verloren SPÖ und FPÖ je ein Mandat, so dass eine SPÖ-FPÖ-Koalition keine Mehrheit mehr erreichen würde. Die Große Koalition aus SPÖ und ÖVP ist die einzige rechnerisch mögliche Zweierkoalition.



Außer der Großen Koalition bieten sich nur noch Dreier-Varianten an: Manche Parteimitglieder liebäugeln mit der neu möglichen Variante ÖVP-BZÖ-Grüne, andere mit SPÖ-ÖVP-Grüne, aber auch eine Koalition von ÖVP mit BZÖ und FPÖ steht im Raum. Im Standpunkt zu einer Großen Koalition mit der SPÖ ist die Volkspartei gespalten, manche ÖVP-Politiker sähen lieber eine Mitte-Rechts-Regierung mit Blau und Orange.

Auch junge Schwule haben die Rechten gewählt

Sollten FPÖ oder BZÖ an der Regierung beteiligt werden, sieht es für bessere Schwulenrechte schlecht aus. In beiden Parteien herrscht eine breite Ablehnung gegenüber Homosexualität. Weder FPÖ noch BZÖ möchten irgendwelche Schritte in Richtung Homo-Ehe tun. Doch das  scheint viele schwule Wähler weniger zu stören, die die rechten Parteien gewählt haben. Sie vertreten Meinungen wie: "Das Ausländerproblem ist mir wichtiger als die Schwulenrechte." Fachkundige sind sich einig, dass bei Weitem nicht alle, die die FPÖ oder das BZÖ gewählt haben, Nazis sind: Unter den Jugendlichen hätte die FPÖ den ersten Platz erreicht, auch viele junge Schwule sind auf die Ausländerkampagne des rechten Lagers angesprungen.

Die Nichtwähler und -wählerinnen waren insgesamt nach den SPÖ-Wählerinnen und -Wählern die zweitstärkste Fraktion: Während die SPÖ 1.430.202 Stimmen für sich verbuchen konnte, gingen 1.341.974 Wahlberechtigte nicht zur Wahl; die Wahlbeteiligung war dennoch mit 78,8 Prozent um 0,3 Prozent höher als bei der letzten Nationalratswahl.

Am heutigen Mittwoch wird Bundespräsident Heinz Fischer wahrscheinlich den Regierungsauftrag erteilen höchstwahrscheinlich der SPÖ. Obwohl im Gesetz nicht bestimmt ist, welcher Partei der Präsident den Auftrag zur Bildung der Bundesregierung erteilen muss, war es bisher immer so, dass die stimmenstärkste Partei beauftragt wurde. Der SPÖ-Chef Werner Faymann will Gespräche mit Josef Pröll beginnen, dem neuen ÖVP-Spitzenmann nach dem Rücktritt von Wilhelm Molterer. Falls auch die Grünen in Gespräche einbezogen werden sollen, wird es auch hier ein neues Gesicht geben: Langzeit-Chef Alexander Van der Bellen trat zugunsten seiner Stellvertreterin Eva Glawischnig zurück.

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