Neue Liberalität

Christian Brandl Von Christian Brandl
Neue Liberalität
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Seit Anfang März dürfen Teilnehmer am Gamer-Netzwerk "XBox LIVE" jetzt offen zu ihrer sexuellen Orientierung stehen. Microsoft änderte die Nutzungsbedingungen entsprechend.

(dbna.de / diePresse.com) Microsoft wagt eine Abkehr von den restriktiven Regelungen seines Gamer-Netzwerkes "XBox LIVE". Bislang war es Spielern dort untersagt, sich im Nickname oder durch Angaben in ihrem Profil als schwul zu outen und so offen zu ihrer Homosexualität zu stehen. Im Fall von Usernamen hatte Microsoft dies mit einem entsprechenden Filter unterbunden, der z.B. die Verwendung des Begriffs "gay" im Nick verhinderte.

Begründet hatte der Software-Riese die Maßnahme mit dem Schutz vorBeleidigungen und auch zur Vermeidung von Jugendschutz-Verstößen. Im Jahr 2009 hatte Microsoft den Community-Zugang einer Spielerin gesperrt, die in ihrem Profil angegeben hatte, dass sie lesbisch ist. Diese Angabe sei "zu anstößig", hatte man in Redmond argumentiert.

Ab sofort bestehen diese Restriktionen, die auch in den Nutzungsbedingungen festgeschrieben waren, nicht mehr. Microsoft hat den "Code of Conduct" entsprechend überarbeitet und erlaubt nun Spielern "ihre Rasse, Nationalität, Religion oder sexuelle Orientierung" offen in Profilen zu präsentieren. Microsoft weist in der Mitteilung zur Änderung aber auch ausdrücklich darauf hin, dass die Anpassung auch mit erhöhten Bemühungen, den Missbrauch dieser Möglichkeiten zu verhindern, einhergeht. Bisher seien diese Angaben auch deshalb nicht erlaubt gewesen, um "keinen Anhaltspunkt für Beleidigungen oder Beschimpfungen zu geben".
Nach Microsoft Angaben sind 23 Millionen User auf XBox LIVE registriert.

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